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Es gehört zum festen
Glauben der Menschheit, Träume könnten die Zukunft vorhersagen, verborgene
Dinge aufdecken oder vor einer Gefahr warnen. Seit Jahrtausenden gibt es
entsprechende Berichte von Träumen, die auf diese Weise in Erfüllung
gegangen sind. Einige Beispiele:
Bevor sich König Nebukadnezar - vom Wahnsinn ergriffen - sieben Jahre als
wildes Tier gebärdete und in der Wildnis Gras frass, träumte ihm, vom
Höchsten Wesen werde ihm sein Menschenherz genommen und durch ein Tierherz
ersetzt.
Caesars Frau Capurnia soll in der Nacht vor seiner Ermordung ihren Gatten
als blutige Leiche gesehen haben.
Albert Magnus träumte, dass er auf einer Brücke stand und sah, wie ein Knabe
ins Wasser fiel und unter ein Mühlrad geriet. Als er nach dem Aufwachen
diesen Traum den Personen seiner Umgebung erzählte, kam weinend eine ihm
unbekannte Frau und erzählte von diesem Unglück ihres Sohns.
Der Arzt, Philosoph und Schriftsteller Geronimo Cardano träumte 1531, er sei
in einem überaus herrlichen paradiesischen Garten. Dort sah er ein Mädchen
in weissem Gewand, er umarmte und küsste es. Kurze Zeit danach sah er das
Mädchen seines Traums wirklich und hielt erfolgreich um ihre Hand an.
Nach dem Tod von Goethes Grossvater war man in Verlegenheit, das Testament
zu finden. Goethes Schwester träumte, es sei zwischen Brettchen im
Schreibpult, die durch ein geheimes Schloss verbunden waren, zu finden. Man
untersuchte das Pult und fand alles genauso.
Eine Konfirmandin träumte 1943, der Lastwagen, der sie und ihre
Mitschülerinnen täglich vom Dorf zur Schule brachte, läge mit Achsbruch an
einer Kurve der Strasse im Graben. Als sie den Traum ihren Kameradinnen
erzählte, beschlossen diese, mit ihr zu Fuss zur Schule zu gehen. Unterwegs
fanden sie tatsächlich den Lastwagen auseinander gebrochen im Graben liegen.
Eine 40-jährige, kinderlose Witwe hatte in einer fremden Stadt ein Treffen
mit einem Mann, den sie über eine Heiratsanzeige kennen gelernt hatte. Er
gefiel ihr sofort, da er sagte, er wünsche sich nichts sehnlicher, als mit
ihr ein Kind zu haben. In der Nacht träumte sie von einem bunten Vogel, der
von weitem wunderschön wirkte. Beim Näherkommen bemerkte sie, er war
schmutzig, mottenzerfressen und hielt ein drittes Bein im Bauchgefieder
versteckt, in dessen Kralle er ein langes Messer hielt. Der Vogel wurde
immer grösser und kam bedrohlich auf sie zu. Nach dem Aufwachen bezog sie
den Traum auf ihr Treffen mit dem Fremden. Ihr wurde klar, dass der Mann
nicht mehr der Jüngste war (mottenzerfressen), sich vor ihr als grosser
Vogel gespreizt und ihr in Bezug auf ihren Kinderwunsch nach dem Mund
geredet hatte. Sie begann Nachforschungen anzustellen, und es stellte sich
heraus, dass sie auf einen einschlägig bekannten Hochstapler getroffen war. |