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Viele Tiere stehen seit
alters im Ruf, durch ihr Verhalten das Wetter anzuzeigen:
Die Spinne kündet heftigen Wind an, wenn sie die Grundfäden ihres Netzes
zerreisst. Auch den Winter kündigt sie an: »Wenn September viel Spinnen
kriechen, sie einen kalten Winter riechen.«
Ältere Leute kennen noch den Spruch über die Wegschnecke: »Wenn die Schnecke
ein grünes Blatt mitführt, es gewiss gut Wetter wird, belädt sie sich mit
Grund (Erde), tut sie starken Regen kund.« Kommen die Bienen in grosser Zahl
vom Ausflug in den Stock zurück, sind unruhig, gereizt und stechlustig, muss
mit einem starken Gewitter gerechnet werden. Pfeifen die Hausmäuse in ihren
Gängen, kommen schöne Tage. Fliegt die Fledermaus abends bei heiterem Wetter
bis in die Nacht, bleibt das Wetter auch am nächsten Tag gut. Rufen am Abend
die Kröten, darf man am anderen Tag bestes Wetter erwarten. Bei anhaltend
schönem Wetter fliegen die Schwalben hoch, bei schlechtem Wetter niedrig.
Sobald der Kuckuck ruft, ist es mit dem Winter vorbei. Eine alte Bauernregel
sagt: »Wenn die Kuckucke im März viel schreien, kann man sich auf einen
nahen Frühling freuen«, ähnlich in dem auch Kindern noch bekannten Spruch:
Kuckuck, Kuckuck Ruft aus dem Wald! Kommt in die Wälder, Wiesen und Felder,
Winter, Winter
Räumet das Feld!
Von Mai bis Juli ist das Kuckucksvierteljahr, das der Landmann fürchtet:
»Solang der Kuckuck schreit, fürchte die Trockenheit.« Und: »Er verkündet
teure Zeit, wenn er nach Johanni (dem Johannistag) schreit.«
Deckt der Storch seine Jungen im Nest sorgfältig zu, kommt Regen. Auch die
Krähe sagt das Wetter an. »Wenn die Krähe schreit, ist Regen nicht weit.«
Wirft der Maulwurf viel und hohe Haufen auf, regnet es anhaltend. Wäscht die
Katze mit der angefeuchteten Pfote das Gesicht, soll es gutes Wetter geben
und Gäste kommen, fährt sie sich aber mit der Pfote hinter das Ohr, gibt es
Regen. Ein Hund, der Gras frisst und knurrt, zeigt Regen an.
Der Hahn steht bei der bäuerlichen Bevölkerung als Wetterprophet in
besonderem Ansehen. Er ist des Landmanns Kalender und Uhr. Von ihm heisst es
in einem alten Gedicht:
Der Hahn ist ein gelehrter Mann, Der zeigt vorher das Wetter an. Wenn droben
hell die Sonne steht, Die Wipfel ruh'n, kein Lüftchen weht,
Er weiss es und bemerkt es scharf Ob man dem Frieden trauen darf Ob nicht
vielleicht denselben Tag Noch Regen kommt und Hagel
schlag.
Und wenn er so was hat erspäht, Dann fliegt er schnell aufs Dach und kräht —
kikeriki!
Kräht der Hahn am Mittag zum Beispiel lang anhaltend und antworten ihm die
benachbarten Hähne schnell und oft, regnet es bald. Wenn die Hühner dagegen
im Staub baden, bleibt das Wetter trocken und warm. Nörgler, Spötter und
Zweifler sagen vom Hahn aber auch:
Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich 's Wetter oder bleibt, wie's ist. |