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Stab- und Pfeilorakel |
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Wenn es um so elementare
Fragen ging wie Kriegsbeginn, Schuld und Unschuld von wichtigen Angeklagten
oder die Auswahl der Opfer, befragte man im Altertum das Stäbchenorakel. Der
römische Schriftsteller Tacitus überliefert uns das Verfahren bei den
Germanen, das in dieser oder ähnlicher Form viele Völker praktizierten.
»Einen Zweig, den sie von einem fruchtbringenden Baum abgeschnitten haben,
zerteilen sie in kleine Stäbe. Diese unterscheiden sie durch gewisse Zeichen
und streuen sie aufs Geratewohl und, wie der Zufall es will, über ein
weisses Linnen. Dann betet der Priester, wenn öffentlich, der Familienvater,
wenn von Einzelnen um Rat gefragt wird, zu den Göttern, indem er zum Himmel
hinaufblickt und drei Stäbchen nacheinander aufhebt. Diese deutet er nach
dem Zeichen, das vorher auf je des eingeritzt war. Sind die Zeichen noch die
Bestätigung durch Vorzeichen zu erlangen. Dann ist es üblich, Stimme und
Flug der Vögel dafür zu beobachten« . Römische Auguren der Spätzeit setzten
solche Orakelfindungen so lange fort, bis sich ein günstiges Ergebnis
offenbarte. |
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