|
Hinter allen
Erscheinungen des Universums stehen Mass und Zahl, erkannte schon der
griechische Philosoph Pythagoras im 6. Jahrhundert vor Christus Wer diese
Zahlen richtig zu deuten vermag, kann die Geheimnisse der Gesetzmässigkeiten
des Kosmos entschlüsseln, glaubten die Numerologen, die Anhänger von der
»Lehre der Zahl«. Gematria, die Untersuchung von Begriffen auf ihre
Zahlenwerte und heute mehr als Teil der jüdischen Kabbala-Lehre bekannt,
betrieben wohl schon die alten Babylonier und Chinesen.
Moderne Numerologie sucht über Geburtsdaten, Ruf- und Familiennamen des
Menschen etwas über sein Schicksal herauszufinden. Man konsultiert dieses
Verfahren gern bei Berufswechsel, Heirat, längeren Reisen und anderen
wichtigen Entscheidungen. Es lässt sich aber ebenso auf alles anwenden, was
einen Namen und Geburtstag hat, Haustier, Firma, usw. Dazu müssen die
Buchstaben des Namens in Zahlen umgewandelt werden. In einschlägigen
Buchhandlungen findet man verschiedene Lehrbücher zur Numerologie,
fälschlich als »Kabbala« ausgegeben, mit unterschiedlichen Buchstaben- und
Zahlenzuordnungen und sehr variablen Zahlenbedeutungen. In aller Regel
zeugen sie von der Unkenntnis der Autoren hinsichtlich der überlieferten und
sinnvollen Bedeutungsableitungen für Zahlen.
Gemeinsamkeiten gibt es zwar in der Verfahrensweise, doch schon bei der
grundsätzlichen Bewertung von Namens- und Geburtstagszahlen scheiden sich
die Geister. Meist liest man, mit der Quersumme der in Zahlen umgewandelten
Vokale seines Ruf- und Familiennamens gewinne man die so genannte
Seelenzahl: Triebkräfte, Geisteshaltungen, Gefühle etc. Die Quersumme der
Konsonanten sage etwas über das Äussere aus: Gesundheit, Aussehen usw. Beide
Zahlen summiert bieten den Schicksalsweg. Ergeben sich zweistellige Zahlen,
werden sie so lange auf ihre Quersumme reduziert, bis eine einstellige Zahl
übrig bleibt. Die Quersumme aus dem Geburtsdatum liefert die wichtigste
Information, nämlich die Summe der Lebenserfahrungen, der vorherrschenden
Charaktereinflüsse und wichtigsten Einflüsse von aussen.
Oft werden noch die Beziehungen zwischen den Zahlen von Namen und
Geburtsdatum untersucht: Sind sie gleich, harmonisieren sie oder liegen
starke Spannungsverhältnisse vor. Letzteres lässt sich beheben. Man rechne
und ändere den Vornamen, heirate oder lege sich einen Künstlernamen zu. Doch
Numerologen warnen davor. Ein derartig tiefer Eingriff in die Persönlichkeit
sei von den Folgen her nicht abzusehen!
Volksglaube fand noch ein anderes Zahlenomen. Wer schlucken oder aufstossen
muss, schaue gleich auf die Uhr und zähle die Ziffern zusammen, auf die
beide Zeiger weisen. Stehen beide über derselben Ziffer, rechne man diese
nur einmal. Die Zahl gibt den der 26 Buchstaben aus der Reihenfolge des
Alphabets an, mit dem der Name dessen beginne, der gerade an einen denkt. |