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Losorakel |
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Eine Entscheidung über
alternative Handlungsweisen suchte man bereits in ältester Zeit durch das
Loswerfen in den grösseren Schicksalsablauf zu integrieren. Man ahnte eine
ausgleichende Gerechtigkeit, eine Art Waagschale hinter allem Geschehen. So
findet es auch heute jeder gerecht, wenn etwa bei der Reihenfolge oder
Verteilung das Los entscheidet. Im Altertum bestanden die Lose gewöhnlich
aus kleinen Holzstücken oder Knochen von Tieren und Menschen, Steinen,
Samen, Halmen, Muscheln, Schneckengehäusen, Stricken oder Würfeln. Letztlich
oblag es dem Fragenden, was er für zweckmässig hielt. Lose lieferten die
Botschaft durch das Muster, wie sie sich auf dem Boden verteilten, zumeist
in der »Ja«- oder »Nein«-Form interpretiert. Oft reichten zwei Lose, das
eine schwarz, das andere weiss. Oder man ordnete ihnen bestimmte Werte und
Aussagen zu, schüttelte sie in einem Behälter und zog das Glücks- oder
Unglückslos. Diese wohl häufigste Art der Orakelfindung hat bis heute ihre
Attraktivität nicht verloren. Die Gewinner von Preisausschreiben werden
ebenso auf diese Art gefunden wie die gegnerischen Mannschaften bei
sportlichen Turnieren. |
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