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Gilgamesch |
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Dieser mythische König
von Uruk im Zweistromland Babylonien galt zu zwei Dritteln als Gott, zu
einem Drittel als Mensch. Er besass ungeheure Kräfte, verrichtete die
ungewöhnlichsten Heldentaten und suchte dabei das ewige Leben. Als sein
geliebter Freund und Bruder Enkidu starb, packte ihn die Angst, ihm könne
das gleiche Schicksal beschieden sein. Wild bäumte er sich gegen diesen
Gedanken auf und plante, seinen Ahnen Utnapischtim zu besuchen, der von den
Göttern unter die Unsterblichen aufgenommen und an die Mündung aller Ströme
versetzt worden war. Gilgameschs schwierige und langwierige Suche voller
Prüfungen nach Utnapischtim, wobei ihn ein Fährmann über das Meer des Todes
schiffen musste, gilt als vermutlich älteste literarische Bearbeitung, Ahnen
in der Unterwelt aufzusuchen und sie zu befragen. Der Unsterbliche stand
bereits am anderen Ufer und sah der Überfahrt in stummer Verwunderung
entgegen. Nach der Landung durfte Gilgamesch seine Geschichte und Suche
erzählen, erfuhr aber nichts Tröstliches. Jedem Menschen sei das sterbliche
Ende beschieden, niemand könne diesem Schicksal entrinnen. »Und du«, fragte
Gilgamesch, »warum bist du dem Tod nicht verfallen?« Da berichtete sein Ahn
von der Sintflut, wie die Götter ihn und sein Weib als einzige gerettet und
hierher gebracht hatten. Doch wer vermöge sie zu bewegen, mit Gilgamesch das
gleiche zu tun? |
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