Studienlehrgang über Träume und Traumdeutung
 
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Blavatsky, Helena Petrowna

Das Leben der bedeutendsten, faszinierendsten und sicher umstrittensten Okkultistin des 19. Jahrhunderts umranken zahllose Legenden, die sie aber meist selbst in die Welt gesetzt hat. Bereits in frühester Jugend zeigte sie mediale Fähigkeiten, die sie später zum wohl bekanntesten Medium werden lassen sollten. 1831 im heutigen Dnjepropetrowsk (Ukraine) geboren, verheiratete ihr deutschstämmiger Vater, ein Oberst von Hahn, die 17-Jährige mit dem russischen General Blavatsky. Bereits nach wenigen Monaten floh sie aus dieser Ehe nach Konstantinopel. Von nun an sind wir auf ihre eigenen Nachrichten angewiesen. Und in ihrer Gabe, Wahrheit und Phantasie miteinander zu verweben, übertraf sie vermutlich nur noch ihr diesbezüglicher Vorgänger, Abt Trithemius von Sponheim.
Ihr Weg scheint sie quer durch die Welt geführt zu haben. Sie erwähnt Ägypten, Amerika, Indien, Tibet. Überall sei sie auf bedeutende Magier, Adepten, irdische und nichtphysische Meister getroffen. Im Juli 1873 betrat sie erneut amerikanischen Boden und lernte den Journalisten Henry Steel Olcott kennen. Alle weiteren Angaben sind von Biographen wieder abgesegnet. 1874 stiess sie auf die Eddy-Family, die gerade den modernen Spiritismus bekannt gemacht hatte. HPB, wie sie kurz genannt wird, arbeitete bei ihnen als Medium und machte dabei der Öffentlichkeit sich und ihren Schutzgeist John King bekannt und berühmt. Zusammen mit Olcott gründete sie bald einen eigenen Kreis, den Miracle Club, den sie 1875 in Theosophische Gesellschaft umbenannten. Diese Theosophen wollten alte wie neue magische Praktiken und Lehren erforschen. Erste Ergebnisse veröffentlichte Helena Blavatsky 1877 in »Isis entschleiert«. Das Buch verschaffte ihr viele Gegner aus den unterschiedlichsten Lagern.
HPB und Olcott entzogen sich diesen zum Teil heftigen Angriffen und wanderten 1878 nach Indien aus. Hier traten sie zum Buddhismus über. Von nun an flossen verstärkt Elemente indischer und vermeintlich tibetisch spiritueller Überlieferungen in ihr Werk.
Dabei verkündete sie zum ersten Mal der Öffentlichkeit vom Wirken der Grossen Weissen Bruderschaft, die eine Zeit lang ihren Sitz in Tibet gehabt haben soll. Während noch heute bei diesem Namen der geheimen geistigen Führung der Welt viele vor Ehrfurcht erschauern, ächteten schon Zeitgenossen HPB als begabte, aber notorische Erfinderin. Aus John King war längst der kosmische Meister El Morya geworden, der nun mit seinen »Brüdern in Weiss« unter anderem die »Geheimlehre« diktierte, das Hauptwerk Blavatskys. Diese Meister enthüllten ihr ganz ungefragt die Geheimnisse vom Ursprung der Welt und deren Zukunft, das »Urwissen der Menschheit« — noch heute für die einen Lehren von bodenloser Tiefe, für die anderen ein bodenloses Missverständnis.

 

 

 

 

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