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Asche als Ergebnis der
vernichtenden wie reinigenden oder läuternden Kraft des Feuers sollte eine
grosse Macht innewohnen. Die Kirche treibt noch heute mit Aschekreuzzeichen
am Aschermittwoch die Fastnachtsdämonen aus.
Eine in der Antike gebräuchliche Form der Wahrsagung beruhte auf dem genauen
Beobachten der Brandopfer. Am Orakel von Apollon in Ismenios (Theben) wurde
aus der Opferasche geweissagt. Genauere Überlieferungen über die
Orakelvorgänge haben sich nicht überliefert. Der römische Grammatiker
Servius berichtet aber in seinen Kommentaren zu Vergils »Eclogae« um 400
nach Christus , die Gemahlin des Cicero habe nach einem Opfer eine
Trankspende auf die Asche gegossen. Als dabei plötzlich eine kleine Flamme
aufzüngelte, deutete sie dies als Omen dafür, dass ihr Mann Konsul werde. Er
wurde Konsul.
Im Volksbrauchtum hielt sich folgende Vorgehensweise: Man schrieb die Frage
mit dem Finger oder einem Stock in die Asche und setzte diese der freien
Luft aus. In der sich nun »bewegenden« Asche wurden neue Buchstaben
sichtbar. Diese oder diejenigen Buchstaben, die vom Luftzug nicht verwischt
wurden, konnten nun einer kreativen Deutung unterzogen werden. Wollte man
durch die Befragung einen Diebstahl aufklären, soll es sich bewährt haben,
die Asche eines durch Blitzschlag verbrannten Menschen herzunehmen. |
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