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Abraham von Worms

Abraham von Worms gilt als Verfasser des 1387 geschriebenen (und 1725 auf Deutsch erschienenen) »Buchs der wahren Praktik in der uralten göttlichen Magie«. Im ersten Teil erzählt Abraham die Geschichte, wie er in Oberägypten, nahe dem Ort Araki am Nil, von dem Magus und Eremiten Abramelin über die Magie belehrt wurde und zwei alte Handschriften magischen Inhalts abschreiben durfte. Im zweiten Teil erfahren wir allerlei nützliche Rezepte, beispielsweise wie man bei Gefahr Berg und Felsen zerteilen, Türen aufsprengen oder sich auf der Flucht vor einem Feind unsichtbar machen kann. Im dritten Teil erläutert Abraham, welcher Praktiken man sich befleissigen muss, um ein Meister der magischen Kunst zu werden. Im vierten Teil benennt Abraham die Geister, die man mit Hilfe des heiligen Schutzengels herbeiruft und dienstbar macht, um durch sie Vergangenheit und Zukunft zu erfahren.
Abraham war Berater von Kirchenfürsten wie den Päpsten Johannes XXIII. und Martin V. sowie hoch stehenden Persönlichkeiten wie Kaiser Sigismund. In dieser Funktion sagte er viele Dinge voraus. Ein halbes Jahr, bevor der Amtmann von Ladenburg Verrat an seinem Herrn, dem Bischof von Worms, beging, zeigte Abraham dem Bischof dieses bereits an. Dem byzantinischen Kaiser schrieb er 1424 einen Brief, in dem er ihm den baldigen Ruin seines Reiches prophezeite. 1453 war mit der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen tatsächlich die Zerstörung des byzantinischen Reiches abgeschlossen.
Georg Dehn, der 2001 eine vollständige, kritisch überarbeitete und detailreich kommentierte Ausgabe des Manuskripts vorlegte, identifizierte als historische Person hinter Abraham von Worms den Rabbiner und bedeutenden jüdischen Lehrer Jakob Molin (1359-1427) und hinter der Person des Abramelin Abraham Klausner, der in der Wiener Neustadt lehrte. Molins Grab befindet sich noch heute auf dem »Heiligen Sand«, dem jüdischen Friedhof in Worms. Die Grabinschrift beklagt den Tod des weisen Mannes: »Der Mond verfinsterte sich, als der heimging, der durch die Fülle seiner Einsicht einer köstlichen Frucht vergleichbar war.«
Ein Kapitel des »Buchs Abramelin« fand auch Eingang in die Texte des »Sechsten und Siebenten Buchs Mosis«. Vor allem Samuel Liddel McGregor Mathers und Aleister Crowley haben sich intensiv mit den Texten des Abraham von Worms befasst.

 

 

 

 

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