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Zen:
1327-1387, jap. Zen-Meister der Rinzai-Schule und einer der hervorragendsten
Japans. Seit dem Tod seines Vaters, als Bassui sieben Jahre alt war, trieb
es ihn dazu, die Frage nach dem Wesen seiner Seele zu lösen. Sein intensives
zweifelndes Fragen (Dai-Gidan) führte ihn zu mehrfachen
Erleuchtungserfahrungen, aber er gab sich nie mit dem Erreichten zufrieden,
sondern forschte immer tiefer und suchte nach einem Zen-Meister, der ihn zu
innerem Frieden führen könnte. Mit 29 Jahren empfing er die
Mönchsordination, liess sich jedoch nicht in einem Kloster nieder, da er mit
dem Zeremonienwesen und dem bequemen Leben der Mönche in vielen Klöstern
nichts anzufangen wusste.
»Auf seinen zahlreichen Pilgerfahrten weigerte er sich hartnäckig, auch nur
über Nacht in einem Tempel zu bleiben, und bestand darauf, in einer
abgelegenen Hütte hoch oben in den Bergen oder auf einem Hügel zu
übernachten, wo er Stunde um Stunde abseits der Zerstreuungen des
Tempellebens Zazen zu üben pflegte. Um wach zu bleiben, kletterte er oft auf
einen Baum, setzte sich in den Zweigen zurecht und sann bis spät in die
Nacht über sein natürliches Koan „Wer ist der Meister?“ nach, unempfindlich
gegen Wind und Regen. Am Morgen ging er dann, buchstäblich ohne Schlaf und
Essen, zum Tempel oder Kloster, um Dokusan beim Meister zu erhalten.«
In Koho Zenji fand er endlich einen Meister, der ihm entsprach und der ihn
schliesslich zu tiefer Erleuchtung führte, in der »all seine vorherigen
Begriffe und Glaubensanschauungen durch den Feuerbrand seines
überwältigenden Erlebnisses völlig vernichtet wurden« und durch die sein
tiefer Zweifel endgültig verschwand. Nachdem er von Koho Inka-Shomei
erhalten hatte, setzte er sein Wanderleben fort und widersetzte sich viele
Jahre lang allen Bemühungen von Zen-Schülern, ihn zu ihrem Meister zu
machen.
Erst mit 50 Jahren liess er sich in einer Einsiedelei in den Bergen nieder,
wo sich bald Schüler um ihn sammelten, die er nun nicht mehr zurückwies.
Schliesslich willigte er ein, ein Zen-Kloster als Abt zu leiten und führte
hier bis zu seinem Tode Mönche und Laien auf dem Zen-Weg. Kurz bevor er im
Alter von 60 Jahren in die Verwandlung einging, setzte er sich aufrecht
ihn versammelt waren: »Lasst euch nicht irreführen! Schaut genau her! Was
ist das?« Er wiederholte das laut und starb ruhig.
Bassui Zenji schrieb wenig, doch seine »Dharma-Worte« und die Briefe, die er
an einige seiner Schüler schrieb, gehören zu den eindringlichsten Schriften
der jap. Zen-Literatur. Eine deutsche Übersetzung von Bassuis »DharmaWorten«
und einigen seiner Briefe findet sich in: Ph. Kapleau (Hrsg.), Die drei
Pfeiler des Zen, Bern 1981.
In einem Brief »An einen Mann aus Kumasaka« schreibt Bassui Zenji:
»Alle Erscheinungsformen sind Wahn und ohne Wirklichkeit. Buddhas und
Geschöpfe sind Spiegelbildern im Wasser gleich. Wer das Wahre-Wesen der
Dinge nicht schaut, hält Schatten irrtümlich für Wirklichkeit. So wird auch
der Zustand der Leere und Ruhe (beim Zazen), der sich aus der Verminderung
der Gedanken ergibt, immer wieder fälschlich für das Ur-Antlitz (Honrai-no-Memmoku)
gehalten; doch ist auch das nur eine Spiegelung im Wasser. Du musst über den
Zustand, da Verstandeskräfte noch helfen, hinausgehen. Wenn Du überhaupt
nicht mehr aus noch ein weisst, dann blicke ihn genau an. Was denn ist er
nur? Er wird erst dein Vertrauter, wenn Du einen Wanderstab aus dem Horn
eines Hasen zerbrochen oder einen Eisenklumpen im Feuer zerstossen hast. So
sage nun, was für ein Vertrauter ist das denn? Heute ist der achte, morgen
ist der dreizehnte.«
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