|
Zen:
1622-1693, jap. Zen-Meister der Rinzai-Schule; einer der populärsten
Zen-Meister Japans und wohl der berühmteste seiner Zeit.
In jungen Jahren wanderte Bankei durch Japan und suchte zahlreiche Zen –
Meister auf. Dann zog er sich für zwei Jahre in eine Einsiedelei zurück, um
ausschliesslich Zazen zu üben. Er vernachlässigte während dieser Zeit seine
Gesundheit dermassen, dass er fast an Schwindsucht gestorben wäre, bevor er
eines Morgens, als er einen Klumpen Blut aushustete, plötzlich zu einer
ersten Erleuchtungserfahrung kam. Später wurde er Schüler des chin.
Zen-Meisters Tao-che Ch'ao-yüan (jap. Dosha Chogen, ca. 1600-1661) in
Nagasaki, der ihn zu tiefer Erleuchtung führte und ihm das Siegel der
Bestätigung (Inka-Shomei) verlieh. Da Bankei der einzige Schüler war, der
die Bestätigung dieses Meisters erhielt, empfahl ihm dieser, sich des Nachts
in aller Heimlichkeit davonzumachen — wie schon Hui-neng und andere in
ähnlicher Situation vor ihm —, um nicht den Neid seiner Mitschüler auf sich
zu ziehen.
Da Bankei die Erfahrung machte, dass niemand seine aus tiefer Erfahrung
gesprochenen lebendigen Worte verstand, lebte er viele Jahre in
Verborgenheit, ehe er sich als Zen-Meister zu erkennen gab und sich
schliesslich Tausende von Schülern, Mönche wie Laien aus allen
Gesellschaftsschichten, um ihn scharten.
1672 wurde Bankei vom Kaiserhaus zum Abt des Klosters Myoshin-ji in Kyoto
berufen. Die Kraft seines Geistes, verbunden mit der Gabe, die Wahrheit des
Zen in der Sprache des Volkes auf einfache und für viele Menschen
begreifliche Weise darzulegen, trugen entscheidend zu einer Neubelebung des
damals weitgehend in äusseren Formen erstarrten Rinzai-Zen in Japan bei. In
dieser Hinsicht war Bankei ein Wegbereiter des 64 Jahre jüngeren Hakuin
Zenji. Trotz der grossen Zahl seiner Schüler bestätigte Bankei allerdings
nur wenige Dharma-Nachfolger.
Obwohl er selbst keine Schriften hinterliess und seinen Schülern untersagte,
seine Lehren aufzuzeichnen, wurden etliche seiner Darlegungen und Dialoge
von einigen seiner Anhänger niedergeschrieben. (Eine Auswahl daraus findet
sich in: The Unborn. The Life and Teaching of Zen Master Bankei, übers. v.
Norman Waddell, San Francisco 1984.)
|