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Surrealismus, phantastische Malerei
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Zimmermann, Mac

(* 22. 8. 1912 Stettin)
Der schon 1918 von Franz Roh in einem Atemzug mit Leo Cremer, Rudolf Schlichter und Heinz Battke als Surrealist bezeichnete Mac Zimmermann dürfte dies nur unter Vorbehalten sein. Zwar schreibt auch Patrick Waldberg, der „surrealistische Chronist“, wie ihn José Pierre nennt, dass man sich bei der Betrachtung der Zeichnungen Zimmermanns an de Chiricos „metaphysische Interieurs“ und an die „Horden und Vögel“ -“ Ernsts erinnert, aber er unterlässt jene zwingende Zuordnung zum Surrealismus. Neben Edgar Ende ist Zimmermann, der nach eigener Aussage die ersten phantastischen Bilder um 1940 malte, einer der wichtigsten Wegbereiter der Phantastischen Malerei im Deutschland des 20. Jahrhunderts.
Zimmermann begann bereits 1934, nach einem kurzen Studium an der Werkkunstschule in Stettin, als Bühnenbildner in Hamburg. Bühnenaufbau und Bühnenperspektive werden zu bestimmenden Elementen seiner Zeichnungen, wie man dies auch bei anderen phantastischen Künstlern, von Clerici bis Gugel, die ebenfalls Bühnenbildner waren, beobachten kann. Sogar ein so „komplizierter“ Maler wie Munch versuchte sich an Bühnendekorationen. 1938 übersiedelte Zimmermann nach Berlin, wo er sich ab 1940 unter dem Eindruck der Arbeiten von Carlo Carra, der 1910 das Manifest der futuristischen Maler mit unterzeichnet hatte, und de Chirico der Phantastischen Malerei zuwendet. Ein Jahr nach Kriegsende (1946) tritt Zimmermann, innerhalb einer Gesamtausstellung bei Gert Rosen in Berlin, zum ersten Mal an die Öffentlichkeit. Im selben Jahr bekommt er, zusammen mit Heinz Trökcs, einen Ruf an die Landeskunstschule nach Weimar. 1949 lässt Zimmermann sich in München nieder, wo kurz darauf ein Film über ihn, mit dem Titel „Verwandlungen“, gedreht wird. 1950 ist er, neben Karl Hofer und Karl Schmidt-Rottluff Gründungsmitglied des „Deutschen Künstlerbundes“. 1954 erlangt er auf der Biennale von Venedig, wo seine Bilder in der Surrealismus-Sonderschau gezeigt werden, auch internationale Anerkennung. 1958 geht Zimmermann als Professor an die Hochschule für Bildende Künste nach Berlin. Neben Peter Collien und Hinnerk Schrader zählt dort auch -“ Schwarz zu seinem engeren Schüler-Kreis. Seit 1963 lehrt Zimmermann als ordentlicher Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München, wo er 1972 zum Mitglied der Akademie der Schönen Künste gewählt wird.
Zimmermann, dessen Auseinandersetzung mit der Malerei, von einem frühen Werk wie Muse mit verhülltem Haupt (1947) bis zu einer späten Arbeit wie Notzeichen und Reue (1973), kaum einen harten Bruch, bezüglich Formen- und Farbwahl seiner zumeist vor einem im Endlosen verschwindenden Horizont gruppierten filigranen Zeichen und Figuren, zeigt, ist vor allem ein Zeichner, dessen virtuose, oft mit Feder oder Kugelschreiber ausgeführten Werke das „Linien-Universum“ eines Janssen schon zehn Jahre vor diesem Hamburger Künstler initiierten. Die Figuren-weit Mac Zimmermanns besteht aus länglichen, athletischen Körpern, denen natürliche Bewegungen und Gesichter fehlen; seine Räume beginnen und enden im Unendlichen: Sie sind der jeweilige, behutsame Ausschnitt einer im zeitlosen Nebel daliegenden „Landschaft“. Erst in den späten Zeichnungen, etwa ab 1974, beginnen sich die Hintergründe zu verschliessen; es tauchen auch dort Figuren auf, die nun keine perspektivische Verjüngung evozieren, sondern, im gleichen Massstab wie die Repoussoirfiguren, das Blatt füllen, wie auf dem 1976 entstandenen Werk Hommage à Rudolf Heinrich mit seinem wilden Gewimmel phantastischer Lebewesen zu sehen ist, das sich jedoch mit seinem format-füllenden Thema „Menschen und Masken“ schon 1963 auf dem Gemälde Traumschiff ankündigte.
Der in München lebende und lehrende Mac Zimmermann zählt zu den Klassikern der modernen Phantastischen Malerei.


 

 

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