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Wesselmann, Tom |
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(*1931 Cincinnati/Ohio)
a) Sujet-Bewältigung innerhalb einer fortlaufenden Serie, b) gleichzeitige Auseinandersetzung mit verschiedenen Genres (Landschaft, Interieur, Stilleben), c) Einsatz, flächiger Farbblöcke und d) Erschaffung eines eigenen dreidimensionalen Kunstraumes (Ambiente) durch Einbeziehung realer Gegenstände, die dem zweidimensionalen Bildbereich vorgelagert oder beigefügt sind (Kanovitz). In Great American Nude No. 54 (1964) kommt die durch Punkt d hervorgerufene ungewöhnliche Schärfenebenenverteilung deutlich zum Ausdruck: Das Auge des Betrachters muss, um das Bild „lesen“ zu können, auf verschiedenen Ebenen verweilen, währenddessen der Rest des Bildes unscharf wird (ein Eindruck, der ansonsten nur bei sehr grossformatigen Bildern entsteht); trifft der Blick beispielsweise die „reale“ Blumenvase auf dem Tisch vor dem Fenster, so ist die plakathaft „gemalte“ Vase nurmehr ein Farbschimmer, und umgekehrt ereignet sich ähnliches. Der Betrachter ist gezwungen, sich aus verschiedenen Realitätsbereichen (Gegenstand, Photo, Gemälde und Raum) eine mosaikartige neue Realität zu schaffen. Die hierdurch hervorgerufene Verunsicherung ist allerdings abhängig von der Konditionierung des Betrachters und von dessen wechselnden Blickwinkeln. In Wesselmanns Werken ist das phantastische Moment die Realität selber, die mit sich selbst, fortwährend changierend, konfrontiert wird. |
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