eso-shopping Partnerprogramm
 
Web sphinx-suche.de
Moviestreaming, filmdownloads etc..  Bücher
Surrealismus, phantastische Malerei
ABCD   EFGHIJKL  MNOPRS   TVWZ
 

Surrealismus

Die Anfänge des Surrealismus, der seinen Namen einem als „surrealistisch“ bezeichneten Drama („Les mamelles de Tirésias“) von Guillaume Apollinaire (1880-1918) verdankt, hängen eng mit der Entwicklung des Dadaismus zusammen. Der Ausrufung des Surrealismus durch Andre Breton (1896-1966) ging die Zersplitterung der Dada-Bewegung um Tristan Tzara (1896-1963), Hans Arp (1887-1966) und Ernst voraus: Nach dem Misserfolg des „Internationalen Kongresses für die Bestimmung der Richtlinien und der Verteidigung der modernen Kunst“ in Paris (1922) vereinigte sich eine neue Gruppe (die „Ex-Dadaisten“) um Breton; dieser bot in seinem ersten „Manifeste du Surrealisme“ (Paris 1924) eine Definition des Surrealismus an, bezogen auf Malerei und Literatur, wonach es sich dabei um einen reinen „psychischen Automatismus“ handele, „bei dem man sich zum Ziel setzt, den wirklichen Gedankenablauf, sei es mündlich, schriftlich oder auf jedwede andere Art, auszudrücken“. Surrealismus ist somit „Diktat des reinen Denkens ohne jegliche Überwachung durch die Vernunft, unbeeinflusst von allen ästhetischen oder moralischen Rücksichten“. Eine solche, alle Fesseln künstlerischer Disziplinen abstreifende Neuorientierung war allerdings nur vor dem Hintergrund der sich ohnehin schon seit 1910 anbahnenden „revolutionären Veränderung der Kunst“ möglich, wie sie sich beispielsweise in den phantastischen Stadtbildern eines de Chirico, 1910, den ersten nichtfigürlichen Aquarellen Wassily Kandinskys (1866-1944), 1910/11, den ersten Collagen Pablo Picassos (1881-1975), den Traumbildern Rays, den „orphischen“ Bildern Francis Picabias (1879- 1953) und den „readymades“ eines Marcel Duchamp (1887-1968), 1914, äusserte. Mit dem Stichdatum 1924 und der im selben Jahr noch gegründeten Zeitschrift „La Revolution surrealiste“, deren erste Nummer am 1. Dezember erschien, und der für das Jahr 1925 geplanten surrealistischen Ausstellung bekam der Surrealismus eine äussere Form, zu deren inhaltlicher Füllung am Anfang auch jener „surrealisme avant le lettre“ beitrug, den man in den poetischen, vor einem halben Jahrhundert veröffentlichten Prosaarbeiten des Lautréamont (1847-1870) („Die Gesänge des Maldoror“, von Isidor Ducasse, Graf von Lautréamont) erblickte.
Die Stossrichtung der von Skandalen begleiteten ersten Aktionen der Surrealisten in Paris, das bis zum zweiten surrealistischen Manifest (1929), nach dessen Erscheinen Breton sich mit Tzara wieder versöhnte, die heimliche Hauptstadt der „anti-patriotischen“ Künstler war, ist so umfangreich wie diffus, was mit als eine Ursache dafür angesehen werden könnte, dass sich eine so grosse Zahl von Kunstschaffenden in aller Welt den Surrealisten anschloss und sich wieder, oft nach kurzer Zeit, von ihnen löste. Eine deutliche, wenngleich befristete Anlehnung an die Kommunisten in Frankreich (neun Jahre später, 1938, wird Breton mit Trotzky in Mexiko ein Manifest „Für eine unabhängige revolutionäre Kunst“ verfassen) gibt dem Surrealismus auch eine politische Dimension, mit der jedoch einige seiner Mitglieder, wie die Schriftsteller Antonin Artaud (1896-1948), Philippe Soupault (geb. 1897) und Roger Vitrac (1899-1952) nicht einverstanden sind. Die zwei in der Malerei zutagetretenden Richtungen des Surrealismus werden, nach der ersten Ausstellung (1925), auf der unter anderem Werke von Ernst, Paul Klee (1879-1940), Andre Masson (1896-1966), Joan Miro (geb. 1893), Picasso, Ray und Roy präsentiert wurden,
von Wieland Schmied in eine „veristisch-phantastische zu der de Chirico, Ernst, Roy und später auch - Dali, Magritte, Delvaux, Escher, Clenci und Pedro Friedeberg (geb. 1937) gezählt werden -- und in eine „abstrakt-imaginative“ eingeteilt - der Masson, Miro, Tanguy, Sebastian Malta Echaurren, gen. Malta (geb. 1911), Wilfredo Lam (geb. 1902) und Oelze zugeordnet werden so dass gewissermassen eine „Bandbreite“ von der abstrakten bis zur realistischen Malerei entsieht, was die Problematik einer Begriffsbestimmung des Surrealismus noch sichtbarer macht. Möglicherweise ist der Surrealismus eher eine „innere Haltung“ als ein äusserlich „sichtbares Verfahren“ zum Erstellen von bisweilen „sich auch selbst deformierender Kunst“.
Bis zur Veröffentlichung von Bretons Werk „Der Surrealismus und die Malerei“ und der Verlesung des zweiten Manifests des Surrealismus im Jahre 1929 bekennen sich auch Alberto Giacometti (1901-1966), Georges Malkine (1898-1969) und Pierre Naville (geb. 1903) zum Surrealismus.
1930-1945 schliessen sich Victor Brauner (1903-1966), Oskar Do-minguez (1906-1957), Jindrich Styrsky (1899-1942), Oelze, Bellmer, Kurt Seligmann (1901-1962), Wolfgang Paalen (1907-1959) und Matta den Surrealisten an; Ernst und Paul Eluard (1895-1952) verlassen die Gruppe. Nach dem Krieg versucht Breton, die Surrealisten neu zu organisieren und die gemeinsamen Ideen weiter zu verbreiten.
1945-1966 schliessen sich Frede-rick Kiesler (1896-1966), Simon Hantai (geb. 1922), Max Walter Svanberg (geb. 1912), Robert La-garde (geb. 1928), Jean-Claude Silbermann (geb. 1935), Alberto Gironella (geb. 1929), Klapheck, Tarnung, Moesman, Toyen und Herve Telemaquc (geb. 1937) den Surrealisten an; Matta, Brauner und Tanguy werden ausgeschlossen. Arp, Brauner, Breton, Kiesler, Masson und Gia-cometti sterben im selben Jahr, 1966. Mit dem Tode Bretons, dem Mentor und Streiter des Surrealismus, verliert die Bewegung ihren wichtigsten Apologeten.
Bis zum Tode Bretons war es nicht gelungen, eine übergeordnet anzuwendende Definition dessen, was Surrealismus sein kann und sein soll, zu formulieren. Eine negative Weiterung dieses Problems führte dazu, dass man viele, nur schwer einzuordnende Maler, von Adolf Wölfli (1864-1930), Friedrich Schröder-Sonnenstern (geb. 1892), Friedensreich Hundertwasser (geb. 1928) über Gordon Onslow-Ford (geb. 1912) bis Edgar Ende (1901-1965) und Zimmermann im Handumdrehen zu surrealistischen Malern erklärte. Darüber hinaus begann eine Reihe von jüngeren Künstlern, sich selbst dazuzurechnen, um ihrem anarchischen Bewusstsein von Bildender Kunst Ausdruck zu verleihen, was zwar einem Teil des Wesens des Surrealismus entsprechen mochte, jedoch eine zu grosse Unverbindlichkeit in Zielsetzung, inhaltlicher Bestimmung und formaler Abgrenzung offenbarte.


 

 

Hauptseite

Studienlehrgang über Träume und Traumdeutung

Beste Bücher online einkaufen

Beste Internetadressen   Multimedia   Kunst   Zukunftsdeutung & Astrologie   Esoterik & New Age   Traumdeutung

Magie & Märchen & Mystik   Grenzwissenschaften   Hexenwesen   Dunkles im Netz   Parapsychologie & Okkultismus etc.

         Religion & Spiritualität   Alte Kulturen   UFO`s & Phänomene   Meditation, Licht, Fortleben

Heilmethoden, -therapien, Wellness   Aus-, Weiterbildung & Organisationen

Esoterisch-spirituelle Lexika   Lexikon der Parapsychologie   Lexikon der Esoterik