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Surrealismus, phantastische Malerei
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Ray, Man

(* 27. 8. 1890 Philadelphia, T 18. 11. 1976 Paris)
Man Ray gehört zu jenen Künstlern, deren mannigfache Anregungen von anderen übernommen und weitergeführt wurden und deren eigene Qualitäten in der Betrachtung der Kritiker oft beim Staunen über die Vielfalt des OEuvres vernachlässigt wurden. Obwohl Ray in seiner Jugend mehrere Kunstakademien besuchte, konnte er nirgends lange ausharren, denn seine Vorstellungen von Kunst gingen in eine vollkommen andere Richtung. Zwei Ereignisse waren entscheidend für seine wei tere Entwicklung: die Heirat mit Adon Lacroix, die ihn mit den neuesten Tendenzen der französischen Literatur bekannt machte, und die „Armory Show“ in New York (1913), auf der er Marcel Duchamps „Akt, eine Treppe hinuntersteigend“ bewunderte. 1915 lernte er dann Duchamp kennen, mit dem ihn von da an eine tiefe Freundschaft verband. Zusammen mit seiner Frau, Duchamp und seinen Freunden entwickelt er eine Reihe von Aktivitäten, die im Zeichen des Dadaismus stehen. Mehrere Zeitschriften, die es im allgemeinen nur auf einige Nummern bringen, werden ediert („The Ridgefield Gazook“, „The Blind Man“, „Rongwring“, „TNT“), darüber hinaus Ausstellungen arrangiert, auf denen Rays Werke zu sehen sind (zwischen 1916 und 1920). Schon hier beschränkt sich Ray keineswegs auf die Malerei, er bewegt sich m den verschiedensten Medien. Experimentelle Photographie (er lernte bei Alfred Stieglitz), Kunst-Objekte und „Aerographien“ (Bilder, die mit der Spritzpistole hergestellt wurden) verdeutlichen die Vielseitigkeit Rays, der 1921 nach Paris übersiedelte, wo er bis 1940 wohnte. Er wird sofort im Kreis der Pariser Dadaisten aufgenommen und ist bei der ersten surrealistischen Ausstellung (1925) mit dabei. In seiner Malerei, die nie eine zentrale Stellung in seinem Werk eingenommen hat, verarbeitet er auf sehr persönliche Weise den Einfluss de Chiricos. In den ersten Pariser Jahren verdiente er seinen Lebensunterhalt als Photograph und entwickelte neue Techniken, die „Rayographien“ (1922), ein „Verfahren, mit dem ohne Apparat Photographien hergestellt werden konnten“ und die „Solarisationen“ (1930), bei denen es sich um einen in den Entwicklungsprozess des Photopapiers eingeschobenen Belichtungseffekt handelt, „mit dessen Hilfe die Konturen eines Gesichts wie bei einer Zeichnung mittels der schwarzen Linien deutlicher zum Vorschein kommen“. Auch drehte Ray mehrere experimentelle Filme, die bis in unsere Tage Untergrundfilmer beeinflusst haben (1928: „Der Stern des Meeres“). Er nimmt weiter an surrealistischen Ausstellungen teil, verbringt die Kriegsjahre in Amerika und heiratet 1946 zum zweiten mal. Im Jahr 1951 kehrt er nach Paris zurück und arbeitet dort bis zu seinem Tod.
Hinsichtlich der Problematik einer befriedigenden kunsthistorischen Bewertung des Werkes Man Rays formulierte Janus: „Sein ganzes Leben besteht eigentlich aus einer geistigen Wanderung durch, das in ständiger Veränderung begriffene Reich der Kunst, wobei er sich der verschiedensten Hilfsmittel bedient: der Farbe, des Metalls, der Photographie, der Collage, der Zerstörung der Dinge und ihrer Verwandlung, der Sprache und des Mysteriums von Worten, der beweglichen und der statischen Bilder - die alle Zeugnis von seiner ungewöhnlich hohen intellektuellen Kraft ablegen. Man Ray hat nicht nur ein Gesicht - und das macht es so schwierig, ihn zu beschreiben -, und er hat nicht nur einen Stil - der Grund, weshalb eine Klassifizierung unmöglich ist.“


 

 

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