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(eigentlich: Piero di
Lorenzo; * um 1461 Florenz, T 1521 Florenz)
Den Namen di Cosimo legte sich Piero als eine Ehrung seines geliebten und
bewunderten Meisters Cosimo Rosselli zu. Obwohl der Schüler den Meister weit
überflügeln sollte, scheint das Einvernehmen der beiden Maler so gut gewesen
zu sein, dass sie bis zum Tode Rossellis zusammen wohnten und arbeiteten. In
den Ruf des Sonderlings geriet Piero auch erst im letzten Abschnitt seines
Lebens. Vasari berichtet, dass er nach dem Tode seines Meisters „nie aus dem
Hause ging. Er erlaubte niemandem, ihm bei der Arbeit zuzusehen und führte
das Leben eines Mannes, der weniger von einem Menschen als von einem Tiere
hat.“ Aber aus dem Bericht des ihn bewundernden Vasaris geht auch seine
damalige, weit über die Grenzen der Heimatstadt hinausreichende Beliebtheit
hervor. In Florenz selbst erntete er zuerst grossen Beifall mit seinen
Trionfi, festlichen Zügen, die während des Karnevals durch die Strassen
zogen. Er versuchte, diesen Zügen ihren vulgären Charakter zu nehmen und sie
zu richtigen Kunstwerken umzugestalten. Am berühmtesten wurde der Triumph
des Todes, bei dem eine Prozession von Toten und Sterbenden einer
überlebensgrossen Gestalt des Todes folgte. Dieser Hang zum Makabren, zum
Absonderlichen lässt sich auch in seiner Malerei beobachten. Obwohl di
Cosimo Einflüsse Leonardos, Botticellis und Luca Signorellis in seinen
Bildern verarbeitete, hatten sie von Anfang an einen durchaus
unverwechselbaren Charakter, der es den Kunsthistorikern auch erlaubt hat,
einen ziemlich unumstrittenen Kanon seiner undatierten und unsignierten
Werke aufzustellen. Vor allem in den mythologischen Spätwerken tritt Pieros
atmosphärische Eigenart deutlich hervor: Das Geheimnis des Todes wurde kaum
intensiver und zugleich rührender dargestellt als in der Mythologischen
Szene, die man früher den Tod der Procris nannte. An diesem Bild kann man
auch seine grosse Begabung als subtiler Kolorist erkennen, dessen
Experimente mit der Ölmalerei richtungweisend für die folgenden Generationen
wurden. Ähnlich vorbildlich wirkte er durch seine komplexen Bildstrukturen -
die ihn zu einem Vorläufer des Manierismus machen (Pontormo war ein Schüler
Cosimos) und die verblüffend realistisch gesehenen Hintergrundlandschaften
und Tierdarstellungen. Gerade der höchst reale Charakter der Umwelt einer so
bizarren Szene wie Perseus befreit Andromeda (Abb. 62) intensiviert den
phantastischen Charakter; dies veranlasste B. Degenhardt zu folgender
Aussage über Cosimo: „Geheimnisvoll, in der Spätzeit farbig immer
verschlossener, ist der innerste Kern von Pieros Werken, ihr stärkster Wert,
mehr zu erfühlen, als mit Worten umschreibbar.“
Weitere Hauptwerke F.ine Jagdszene, o. J.; Ein Waldbrand, o. J.; Die
Schlacht der Kentauren und Lapichen, o. J.; Die Entdeckung des Honigs, o.
J.; Die Geschichte des Promcteus, o. J. |