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Surrealismus, phantastische Malerei
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Momper, Joost de

(Joos, Josse, Jodocus; *1564 Antwerpen, T 5.2. 1635 Antwerpen)
Da de Momper aus einer Malerfamilie stammte, deren Mitglieder teilweise dieselben Vornamen hatten, und Signaturen auf seinen Bildern fast immer fehlen, ist es nahezu unmöglich, einen einigermassen gesicherten Katalog seiner Werke aufzustellen. Auch über sein Leben ist nur wenig bekannt. Sein Vater war Bartholomeus und sein Grossvater Joost de Momper. Um Verwechselungen zu vermeiden, spricht die heutige Kunstgeschichte von dem Älteren und dem Jüngeren. Man nimmt an, dass Joost der Jüngere von seinem Vater ausgebildet wurde und danach eine Reise durch die Schweiz nach Italien unternahm. Er heiratete 1590 und hat wohl den Rest seines Lebens, als hochgeschätzter Landschaftsmaler, in seiner Heimatstadt verbracht, wo er 1611 Dekan der St. Lukas Gilde wurde. Wie bei mehreren anderen Vertretern der Flämischen Schule der Landschaftsmalerei dieser Zeit ist der Einfluss der Bilder von Bruegel auch auf sein Werk von grosser Bedeutung. Darüber hinaus dürfte es nicht verfehlt sein, in den phantastischen Gebirgslandschaften, die den Hauptteil seines Werkes ausmachen, Erinnerungen an Elsheimer und Joachim Patinir (Landschaft, phantastische) wiederzufinden. Über die Eigenart und die manchmal fast impressionistisch wirkende Technik seiner Bilder schreibt R. Beroleit-Breustedt: „Die Wiedergabe der einzelnen Formen erfolgt in einer eigenwillig ausgeprägten, lebhaft bewegten Strichführung. Mit pastosen Reflexen in Ocker, Gelb oder Weiss ist den einzelnen Formen plastische Wirkung verliehen. Momper entwickelte so eine ganz persönliche, phantastisch umformende, nicht realistisch abschreibende Handschrift.“ Sein Ruhm als phantastischer Maler in unserem Jahrhundert beruht aber weniger auf diesen am Ende des 16. Jahrhunderts entstandenen Berglandschaften, als auf den vier „zusammengesetzten“ Landschaftsbildern, Die vier Jahreszeiten, in der Sammlung Robert Lebel in Paris. Ob diese Bilder wirklich von seiner Hand stammen, ist mehr als umstritten. In der Manier des Arcimboldi sind hier die verschiedenen Elemente der Landschaft zu menschlichen Gesichtern zusammengefügt. Ein Beispiel für diese den Manierismus kennzeichnende Methode ist Der Winter (Abb. 56), von Jacques Bousquet in seinem Buch „Die Malerei des Manierismus“ (München 1963) als ein „Meisterwerk des Doppelsinns“ bezeichnet, während es bei Marcel Brion heisst: „Die Vier Jahreszeiten Mompers sprechen uns an wie Gesichter; sie lassen das tiefe Atmen des Gebirges fühlen, so dass man an den grossartigen menschenhaften Berg denkt, den Edgar Allan Poes Held auf seiner Fahrt in die Polargebiete wahrnimmt. Dabei bedarf es nicht des illusionistischen Tricks der Umkehrung des Bildes. Die Gesichter der Erde sehen uns mit einer Tragik an, der man sich nicht entziehen kann.“


 

 

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