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Surrealismus, phantastische Malerei
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Meta-Realisten

Als die sieben niederländischen Maler am 20. Mai 1973 ihre Arbeitsgruppe der MetaRealisten bildeten, waren die meisten von ihnen schon bekannt. Die Gruppenbildung ist also eher als eine nachträgliche Bestätigung einer Richtung zu sehen, die um die Anerkennung der offiziellen Kunstkritik sehr lange hat kämpfen müssen. Die zentrale Gestalt der Gruppe ist zweifelsohne Johfra, dessen okkulte Interessen und Anwendung von alten Maltechniken die anderen Mitglieder übernahmen. Obwohl der oft gemachte Vorwurf einer literarischen Malerei, die abzulehnen sei, sicherlich hier wie in anderen Fällen unberechtigt ist, besteht bei allen Malern der Gruppe die Gefahr, ms Dekorativ-Illustrative und ins Modisch-Okkulte abzugleiten. Einige der Mitglieder haben im Bereich der angewandten Kunst gearbeitet (Buchumschläge, Schallplattenhüllen), und die Nähe zum Kunstgewerbe wird oft deutlich. Da viele Bilder der Meta-Realisten auf Poster reproduziert wurden, ist der heutige Bekanntheitsgrad der Gruppe, die mit Vorliebe in einigen wenigen Galerien, wie „Artim“ (Den Haag) und „Kamp“ (Amsterdam) ausstellt, verhältnismässig gross. Die zweite dominierende Persönlichkeit neben Johfra ist seine erste Frau Diana Vandenberg (Angele Therese Blomjous; geb. 1923, Den Haag). Anfangs wurde sie stark von den Ideen ihres Mannes beeinflusst, aber nach der Scheidung entwickelte sie deutlich einen eigenen Stil, der vor allem die jüngeren Mitglieder der Gruppe, die teilweise ihre Schüler waren, beeindruckte. Sie erhielt ihre Ausbildung in Den Haag und Paris. In ihrem späteren Werk werden die etwas abgegriffenen Symbole der Frühphase zugunsten einer allgemeineren Bildsprache aufgegeben; Höhepunkte in ihrem Werk sind ihre „meta-realistischen“ Porträts, in denen die Porträtierten in eine Beziehung zu einer symbolisch gemeinten, phantastischen Umgebung gebracht werden, wie beispielsweise in den beiden Gemälden Portrait Rolf de Meyer (1969) und Michel Béroff (1970). Johfras zweite Frau Ellen Eonen (Ellen de Jonge; geb. 1924, Utrecht) ist das am wenigsten bekannte Mitglied der Gruppe. Ihre Bilder, häufig Frauengestalten in ungewöhnlichen Landschaften, erinnern stark an Fini. Frans Erkelens (geb. 1937, Bandung/Indonesien) erhielt seine Ausbildung in Den Haag und danach bei Diana Vandenberg. Über ihn schrieb der niederländische phantastische Erzähler Rico Bulthuis: „Keine kalte bedrohliche Welt trotz der bizarren Szenen. Das Gespenstische in seinen Bildern weist eher auf eine Rückkehr zu einer harmonischeren Wirklichkeit hin als zum Untergang oder der üblichen surrealistischen Verfremdung.“ Im Werk von Han Koning (Johan Hendrik Koning; geb. 1938) wird oft eine aktuelle Problematik mit Hilfe alter Symbole dargestellt. Die ägyptische Formenwelt übt auf den Maler einen grossen Reiz aus, was aus den verschiedenen Darstellungen der sogenannten Vogelwächter ersichtlich ist. Die heutigen Vogelwächter, die um den Bestand der Vögel kämpfen und umweltgeschädigte Vögel zu retten versuchen, bekommen hier zugleich Züge mittelalterlicher „Pestärzte“ und des ägyptischen Gottes Anubis.
Weniger zeitbezogen sind die phantastischen Landschaften von Victor Linford (geb. 1940, London). Er kam nach einer Ausbildung an der Camberwell School of Arts 1960 in die Niederlande. Er fühlte sich anfangs stark der Welt Tolkiens verbunden. Seine Bilder in glühenden Farben seien, so erklärt Hein Steenhouwer, „manchmal elegant wie Bonbonschachteln, aber mit einem zumindest betäubenden, wenn nicht giftigen Inhalt. Das jüngste Mitglied der Gruppe ist Johan Hermsen (geb. 1949, Den Haag), dessen Bilder eine stärkere Bedrohung ausstrahlen als die der anderen Künstler. Seine Nächtliche Werbung ist ein Höhepunkt der „meta-realistischen“ Malerei. Hermsen sagt zu seiner Arbeit: „Damit der magische Charakter in meinem Werk deutlicher wird, wähle ich oft Dinge aus vergangenen Zeiten als Elemente meiner Bilder, also keine erkennbaren Realitäten aus dieser Zeit.“ Diese bewusst angestrebte Zeitlosigkeit dürfte zugleich als eines der definierenden Merkmale der ganzen Gruppe angesehen werden, doch sie deutet auch auf die Gefahr aller „meta-realistischen Malerei hin, in den unverbindlichen, technisch brillanten Kitsch abzugleiten. Über die Gruppe hinaus, die sich schon 1976 wieder auflöste, gibt es noch mehrere andere Maler, die sich ihr verbunden fühlen und das in ihrem Werk erkennbar zum Ausdruck bringen. Zu ihnen gehören der gebürtige Deutsche Axel Kreher (geb. 1941, Magdeburg), ein Schüler Diana Vandenbergs, der Ungar Imre Balint (geb. 1943, Budapest) und der Niederländer Cor-stiaan de Vries (geb. 1936, Rotterdam), dessen Buntstiftzeichnun-gcn eine Vorliebe für phantastische Porträts, die mit Tieren und Blumen ausgeschmückt sind, verraten. De Vries sieht sich selbst als einen „magischen Realisten“.


 

 

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