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Surrealismus, phantastische Malerei
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Meckseper, Friedrich

(* 8. 6. 1936 Bremen)
„Die Blätter von Friedrich Meckseper“, beginnt Wieland Schmied in einem Text über den Worpsweder Maler, „sehen aus, als kämen sie aus einem anderen Jahrhundert; als wären sie die Hervorbringung eines unbekannten Künstlers, die auf irgendeinem Dachboden die Zeitläufe überdauert haben und nun plötzlich ans Licht kommen.“ Treffender lässt sich der Eindruck, den Mecksepers Malerei hervorruft, kaum beschreiben. Bevor Meckseper zur Bildenden Kunst kam, absolvierte er eine dreijährige Mechanikerlehre, die er als 16jähriger begann und kurz vor seinem Eintritt in die Staatliche Kunstakademie in Stuttgart (1955) abschloss. Von 1955 bis 1957 studierte Meckseper bei Karl Rössing in Stuttgart; dann übersiedelte er nach Berlin, um dort, bis 1959, sein Studium an der Hochschule für Bildende Künste bei Wolf Hoffmann fortzusetzen und zu beenden. In Berlin lernte Meckseper die Technik des Farbradierens zu vervollkommnen, was für sein weiteres Schaffen, neben der Ölmalerei, von ausschlaggebender Bedeutung werden sollte. 1961 übersiedelte Meckseper nach Worpswede. Zwei Jahre darauf (1963) erhielt er eine der höchsten Auszeichnungen, die die Bundesrepublik an bildende Künstler zu vergeben hat: den Deutschen Rompreis der Villa Massimo. 1968 übertrug man ihm einen Lehrauftrag, der ihn für ein Jahr als Gastdozent nach London führte. Bis heute lebt Meckseper in Worpswede, wo, lange vor ihm, Maler wie Heinrich Vogeler, -v Oelze und Paula Becker-Modersohn gelebt und gearbeitet hatten. Vergleicht man frühere Bilder Mecksepers, beispielsweise die Radierung Flaschen (1959) oder die aus demselben Jahr stammende Radierung Tisch mit Werken jüngeren Datums, wie Drei Steine (1975) oder Archsum (1975), so meint man, einem von Anfang an "fertigen" Maler gegenüberzustehen. Technoide Gegenstände, zumeist in der Bildmitte arrangiert und mit den Farben des Verfalls koloriert, vom dunklen Ocker bis zum bläulichen Grün, beherrschen seit 1958 die Werke Mecksepers. Kugeln, zylindrische Behälter, Sonnenuhren, aus denen Rauchfahnen emporsteigen, Messlatten, Labyrinthe und bisweilen am Bildrand auftauchende Berglandschaften stellen die „Requisitenkammer“ Mecksepers dar, aus der er, ohne Hintergründigkeit, wie er nachdrücklich betont, seine Werke komponiert; dabei ist ein Rückbezug auf Vorbilder oder verwandte Epochen äusserst selten. Zu diesen Ausnahmen zählt das 1974 entstandene Gemälde Caspar David Friedrich, auf dem eine leere Leinwand und Malutensilien auf Friedrich Georg Kerstings Bild „Caspar David Friedrich in seinem Atelier“ (1811) hinweisen und erneut Friedrichs künstlerisches Credo, das auch Mecksepers sein könnte, in Erinnerung rufen und das lautet: „Schliesse dein leibliches Auge, damit du mit dem geistigen Auge zuerst siehest dein Bild. Dann fördere zutage, was du im Dunkeln gesehen . . .“
Es ist jene phantastische Ruhe, die auch auf Mecksepers Bildern herrscht und von der man meint, dass sie schon fast einer Bedrohung gleichkomme. Die dargestellten Körper und Gefässe wirken oft wie ihr eigenes Symbol und sind verwandt mit den kargen Gegenständen auf den Bildern des Italieners Giorgio Morandi. Und die Landschaften haben etwas von der Endlosigkeit der Gegenden, die auf den Bildern des Holländers Hercules Seghers zu finden sind. Meckseper, der vorgibt, kein Symbolist zu sein, ist ein Meister der Reduktion, und auf seinen Gemälden scheinen die Dinge in einer nahezu „philosophischen“ Selbstreflexion zu verharren, was Wolf Stubbe zu den Worten veranlasste: „Auch wenn der Künstler strikt ablehnt, Symbolist zu sein und wenn auch seine Gegenstände keinen symbolischen, keinen Verweischarakter haben, so handelt es sich bei Mecksepers Motiven doch nicht um Abbildungen "wirklicher" Welten allein, sondern auch und zugleich um Zeugnisse aus den geistigen Bereichen des Denkens und Imaginierens.“


 

 

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