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Surrealismus, phantastische Malerei
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Lehmden, Anton

(* 2. 1. 1919 Neutra)
Anton Lehmden, den man oft den Aussenseiter unter den Malern der Wiener Schule genannt hat, erlebte die Schlussphase des Weltkrieges unmittelbar mit, eine Tatsache, die in seinem Werk tiefe Spuren zurückgelassen hat. Er studierte an der Wiener Akademie der Bildenden Künste und trat dort schon bald in die Meisterklasse von Albert Paris Gütersloh ein. Seine Freundschaft mit Fuchs, Brauer und Hausner stammt aus dieser Zeit. Er geriet zeitweilig in den Einflussbereich des Surrealismus, aber wichtiger war für ihn wie für seine Freunde der Eindruck, den die Bilder alter Meister im Kunsthistorischen Museum m Wien auf ihn machten. Vor allem die Maler der Donauschule, Bruegel und Joachim Patinir ( Landschaft, phantastische), beschäftigten ihn. Seine ersten wichtigen Werke entstehen zwischen 1947 und 1950, er beteiligt sich an mehreren Ausstellungen und unternimmt Reisen nach Italien. Die Landschaft bleibt von den frühen Bildern bis heute Lehmdens wichtigstes Motiv. Berühmt wurde das Wort Güterslohs: „Überall wo Lehmden ist, ist Landschaft.“ Von seinen Landschaften geht aber nicht, wie bei seinem Freund Hutter, eine paradiesische Ruhe aus, sie scheinen sich in einer immerwährenden Bewegung zu befinden, und die Korrosion ist nicht nur geologischer Natur. Diese Landschaften sind der Zerstörung durch Kräfte von aussen und von innen ausgesetzt, sie zerbersten, zerbröckeln und werden von Panzern überrollt, die wie dämonische Ungeheuer wirken. In seinem Bild Panzerschlacht (1954-1956) werden die Schrecken des Krieges auf metaphysische Weise überhöht, ohne dass die Darstellung dadurch einen beruhigenden, weil allegorischen Charakter erhalten würde. Das graphische Element der Linie ist für Lehmdens Werk von einer zentraleren Bedeutung als die Farbe, und Zeichnung und Radierung nehmen in ihm denn auch die wichtigste Stellung ein. Die literarisch-okkulten Aspekte, die das Werk eines Fuchs oder Brauer mitprägen, fehlen bei Lehmden, und auch bei Buchillustrationen behalten seine Zeichnungen ihre Selbständigkeit, wie die Illustrationen zu Thomas Bernhards „An der Baumgrenze“ (1969) zeigen. Eine Reise in die Türkei (1961) und Reisen nach Ägypten (1965) erweitern sein Bildrepertoire. Er nimmt von Anfang an an den Ausstellungen der Wiener Schule teil und wirkt auch als Eehrer. Zu seiner eigenen Thematik sagt er: „Mich beschäftigt die Wandlung einer Landschaft im Laufe der Zeit, oder aber die Landschaft, die durch plötzliche Naturereignisse oder durch Eingriffe der Menschen sich in kürzester Zeit verwandelt. Ausserdem die Widerstandsfähigkeit der Erdoberfläche und ihre Wandlungsfähigkeit. Wirklich belehrend wäre, wenn man eine flache Wiese 300 Jahre lang beobachten könnte.“


 

 

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