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Surrealismus, phantastische Malerei
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Klapheck, Konrad

(* 10. 2. 1935 Düsseldorf)
Der "Auftakt" zu einem Werk ist wohl selten so deutlich fixierbar, wie dies bei Klapheck der Fall ist. Seine 1955 im ersten Malsemester an der Düsseldorfer Kunstakademie gemalte Schreibmaschine, die aus dem Wunsch entstand, sich von dem zur Mode gewordenen Tachismus zu distanzieren, ist ihm Ausgangspunkt,
Orientierungshilfe und Zielsetzung zugleich geworden. Auch die kurz darauf entstandenen Werke Grämliches Paar (1956) und Die eifersüchtigen Brüder (1956), auf denen ein Schuhspanner und zwei Telephone abgebildet sind, verfolgen konsequent den einmal eingeschlagenen Weg und transzendieren den spezifischen Gebrauch der Instrumente, wie es Andre Breton formulierte, und geben dadurch ihr „Üeberbild“.
Klapheck wuchs in einer Familie auf, in der beide Elternteile Kunsthistoriker waren; vielleicht erklärt dies den theoretischen Hintergrund seiner Bilder und die Hartnäckigkeit, mit der die Theorie im Werk selbst Ausdruck findet. Der Eindruck des Bombenangriffs auf Leipzig habe für den Achtjährigen, schreibt Jose Pierre, mehr eine ästhetische Dimension gehabt, die eine mörderische Seite gewissermassen verneinte. Und diese ästhetische Ausstrahlung der Gegenstände ist es denn auch, die im 13jährigen beim Anblick einer geöffneten Klempnertasche „mit Rohren, Muttern und Schrauben, diese(r) ganze(n) Welt aus glänzendem Chrom“, den Wunsch nach einer bildnerischen Umsetzung entwickelt. Kurz darauf (1948) sieht Klapheck auch die ersten Bilder von Ernst, Tanguy und Dali, die für ihn wegweisend werden und denen gegenüber alle anderen bildnerischen Eindrücke verblassen sollten. Ein Jahr danach trifft er Bruno Goller, den rheinischen „Maler einer poetisierten Dingwelt“, dessen Bilder er bei einer Ausstellung der Gruppe „Rheinische Sezession“ gesehen hatte, und beschliesst später, sein Schüler zu werden. Klapheck studiert von 1954 bis 1958 bei Goller an der Düsseldorfer Kunstakademie. Noch während seines Studiums begegnet er dem französischen Künstler Christian d'Orgeix, der, neben einer Matta nahestehenden Malerei, die Tradition des surrealistischen objet trouve fortführt. D'Orgeix ist es auch, der Klapheck auf das Werk Marcel Duchamps und Oelzcs aufmerksam macht. Wenig später beginnt Klapheck, die Werke von d'Orgeix und Oelze zu sammeln.
Der Einfluss anderer Maler auf Klapheck ist bei näherer Betrachtung ein mehr intellektueller, der sich in theoretischen Überlegungen äussert und weniger in seinem bildnerischen Schaffen. Bis heute manifestiert sich Klaphecks Entwicklung als Maler in erster Linie in der Qualifizierung der Technik und nicht unmittelbar im Sujet. Auch die Erweiterung des einmal begonnenen Themenkatalogs scheint sich folgerichtig aus sich selbst zu einer Kette von „zwölf Hauptgegenständen“ zu entwickeln, die er 1973 in eine feste Reihenfolge stellt: i. Schreibmaschinen, 2. Näh-und Bohrmaschinen, 3. Wasserhähne, 4. Telephone, 5. Bügeleisen, 6. Schuhspanner und Schuhe, 7. Schüssel, 8. Sägen, 9. Rasierer, 10. Ventilatoren, ii. Reifen und Fahrzeuge, 12. Fahrradschellen. Diese Folge wird zum Kreis, zum selbstgeschaffenen "circulus vitiosus", in dem sich auch alle zukünftige Entwicklung planmässig vollzieht.
Klaphecks Bilder werden von einer kalten Geometrie und von zarten Farben beherrscht, von „Schrei und Belcanto“, wie er sagt. Und angesichts der bisweilen unkalkuliert entstandenen Bedeutungsebenen seiner Arbeiten sagt er: „Durch die rigorose Anwendung des goldenen Schnitts auf meine Malerei schaffe ich unfreiwillig Monstren, in denen ich die Wünsche und Ängste meiner Kindheit wiedererkenne.“
Weitere Hauptwerke Gefährliche Partnerin, 1958; Der Krieg, 1965; Koketterie, 19(18; Triumph der Zerstörung, 1970 (Farbabb. 23); Law and Order, 1972;
Publikationen Les Dcscendants, Phases, No. 8. Paris 1963; La Machine et Moi. Galerie Ileana Sonnabend. Paris 1965.

 


 

 

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