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(genannt: Johfra
Bosschart; eigentlich: Franciscus Johannes Gijsbertus van den Berg; * 15.
12. 1919 Rotterdam)
Nach einer Ausbildung an der Königlichen Akademie in Den Haag stellte Johfra
1941 zum erstenmal eine Serie phantastischer Zeichnungen aus. In dieser Zeit
hatte er sich zwar noch nicht mit den Surrealisten auseinandergesetzt, die
er erst 1944 durch Reproduktionen kennenlernte, aber er hatte aufgrund
okkultistischer Studien eine eigene Symbolsprache entwickelt, die ihn noch
nicht gänzlich befriedigte. Der Grossteil seines Frühwerks wurde 1945 bei
einem Bombardement zerstört. Johfra machte danach mehrere Auslandsreisen,
heiratete 1946 Adele Blomjous, die sich als Diana Van-denberg einen Ruf als
Malerin erwerben sollte, und vertiefte sich mit ihr immer mehr in die
Symbolik der Kabbala. Die Auseinandersetzung mit den Lehren der
Rosenkreutzer und der Katharen wurde von entscheidender Bedeutung für die
Bildinhalte seiner in altmeisterlicher Technik gemalten Bilder, denen eine
offizielle Anerkennung lange versagt blieb. Johfra versteht sich als der
legitime Nachfolger einer symbolistischen Tradition in der europäischen
Malerei, und Dali und insbesondere Moreau haben auf sein Werk einen
unübersehbaren Einfluss ausgeübt, während man auch von einer Verwandtschaft
zu dem niederländischen Surrealisten Moesman sprechen könnte. 1962 liess
sich Johfra in Südfrankreich nieder und trennte sich von seiner Frau. Ellen
de Jonge (als Malerin: EllenLorien) wurde seine zweite Frau. Obwohl Johfra
vor allem bei Privatsammlern immer gesuchter wurde, blieb er in seiner
Heimat bis in die 7oer Jahre weitgehend unbekannt. Erst die Aufwertung der
niederländischen magischen Realisten (wie beispielsweise Willink) brachte
auch ihm einen nachhaltigen Erfolg, der durch viele Ausstellungen belegt
wurde. Zusammen mit sechs anderen Malern hatte Johfra am 20. Mai 1973 die
Gruppe der Meta-Realisten gegründet, deren unbestrittene Zentrumsfigur er
ist. Obwohl die meisten seiner Bilder von einem genau ausgeklügelten
Programm ausgehen, wirken sie in ihrer dekorativen Schönheit auch auf den
unvoreingenommenen Betrachter. Eine stark erotische Komponente ist
unverkennbar. Über sein Werk sagte der Maler selbst: „Mein Werk lässt sich
in Gruppen aufteilen, wenn auch die Trennungslinien schwebend bleiben. Es
gibt völlig surrealistische Gemälde. Daneben gibt es eine grosse Zahl von
Bildern mit Symbolen, deren Thematik objektiv ist. Diese Bilder haben oft
ausser dem phantastischen Element auch einen illustrativen Charakter. Und
dann gibt es noch die Übergangsgruppe, eigentlich den Hauptteil. Es sind
Landschaften mit korallenähnlichen "Gebilden", in denen sich scheinbar
übersinnliche oder visionäre Szenen abspielen. Es sind Traumgesichte,
Landschaften, wie man sie sich auf einem anderen Planeten vorstellen
könnte.“ |