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Surrealismus, phantastische Malerei
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Hutter, Wolfgang

(* 13. 12. 1928 Wien)
Schon als Zehnjähriger ist Hutter vom Zeichnen fasziniert, und vor allem die Ratschläge, die er von Albert Paris Gütersloh erhält, dem Mentor der späteren - Wiener Schule der, wie er 1944 erfährt, sein Vater ist -, sind für ihn von Bedeutung. Obwohl er 1944 die Aufnahmeprüfung zur Wiener Akademie der Bildenden Künste besteht, kann er erst nach Beendigung des Krieges regelmässig am Unterricht teilnehmen. Er wird in die Meisterklasse Güterslohs aufgenommen und lernt dort Fuchs,
Lehmden und Brauer kennen. Durch die Bekanntschaft mit dem Maler Edgar Jene (1946) gerät er zeitweilig unter den Einfluss des französischen Surrealismus. Davon zeugen vor allem die Zeichnung Der Traum (1946) und das Ölbild Die Familie (1948). Schon in Gespräch an der Mauer (1950) macht sich Hutter von den surrealistischen Vorbildern weitgehend wieder frei und „beginnt, die surrealistische Wüste" der Selbsterforschung mit einem sorgsam präparierten und wohlgeordneten Blumendschungel zu bepflanzen; die befremdlichen Traumbilder münden in eine penetrant scharf gesehene, penetrant perfekte Utopie: Hutters Malerei wird zur charmanten Reportage von der gewissen "anderen Welt in unseren.“ (Otto Breicha) Die phantastische Welt aus bunten Kunstblumen und Tieren, der die nackten, vollbusigen, mit weit aufgerissenen Augen dahinschreitenden oder zu malerischen Posen erstarrten Frauen oft eine paradiesisch-erotische Komponente verleihen, hat einen betont dekorativen Charakter. Der Betrachter wird an barockes Zaubertheater erinnert, die Metamorphosen des Pflanzlichen haben selten etwas Bedrohliches: Hutters Werk ist den bizarren Erfindungen eines Arcimboldi verwandt und nicht den Alpträumen Dalis. Er gehörte von den Anfängen an zur Wiener Schule des Phantastischen Realismus und beteiligte sich an allen grossen Gesamtausstellungen der Gruppe. Seit 1966 arbeitet Hutter auch als Bühnenbildner (1966 Dekorationen zu „Ein Duft von Blumen“ von James Saunders, Wiener Volkstheater). Gerade auf diesem Gebiet kommt seine dekorative Begabung besonders zur Geltung. Aber obgleich sich Hutter durchaus in einer Tradition des Phantastischen befindet, welche seit Bosch die Welt als einen Ort der seltsamsten Verwandlungen vorzeigen möchte, verhindert dieser theatralische Aspekt seiner Bilder und Zeichnungen eine tiefergehende Wirkung.


 

 

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