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(getauft 18.3. 1578
Frankfurt, begraben n. 12. 1610 Rom)
Als Rubens in der ersten Januarwoche des Jahres 1611 vom Tode Elsheimers
hörte, dessen phantastische Landschaften ihn fesselten und zu eigenen
Kompositionen anregten, schrieb er an seinen römischen Freund Johann Farber:
„Ihre Nachricht vom Tode unseres geliebten Adam traf mich auf das
schmerzlichste. Nach einem solchen Verlust sollte sich unsere ganze Kunst in
tiefe Trauer hüllen. Es wird nicht leicht gelingen, einen Ersatz für ihn zu
stellen . . .“ Die aus diesen Worten sprechende Hochschätzung des
jungverstorbenen Frankfurter Meisters wurde von mehreren Zeitgenossen
geteilt. Elsheimers Kunst, deren Wirkung auf die niederländischen Maler und
vor allem auf die Landschafter sich erst im Laufe des 17. Jahrhunderts voll
entfalten sollte, wird seitdem als ein Neuansatz in der Malerei gewertet,
den man, zusammen mit der Kunst Caravaggios und Rubens', als den „Aufbruch“
zum Barock bezeichnete. Heute ist der einstmals so berühmte, mit Paulus Bril
befreundete Elsheimer, den die Malerkollegen in Rom den „schönen deutschen
Träumer“ nannten, wie Wilhelm von Bode in seiner kurzen Biographie über den
Maler anmerkt, einem grösseren Publikum nur noch dem Namen nach bekannt. Der
Vater Elsheimers, ein aus der Pfalz stammender Schneider, muss die Begabung
seines Sohnes rechtzeitig erkannt haben, denn er schickte ihn im Alter von
noch nicht gan7. 14 Jahren zum Maler Philipp Uffenbach in die Lehre, der ihn
im Malen, Zeichnen und Radieren unterwies. Weitergehende künstlerische
Förderung erhielt Elsheimer durch die Werke niederländischer
Landschaftsmaler, die eine Generation zuvor aus Antwerpen gekommen waren und
sich in der Nähe Frankfurts niedergelassen hatten. Den entscheidendsten
Einfluss hatten jedoch die melancholischen, bisweilen düsteren
Landschaftsbilder des Gillis van Coninxloo und Matthias Schoevaerdts. Mit 20
Jahren begibt sich Elsheimer auf die Wanderschaft. Sein Weg führt ihn zuerst
nach München, wo er kurze Zeit im Dienste des Kurfürsten steht, um von dort
nach Venedig zu gehen in die Werkstatt seines Landsmannes Johann
Rottenhammer, der ihn mit den Bildern Veronceses und Tintoretto vertraut
macht. Im Jahre 1600 geht Elsheimer nach Rom, das er bis zu seinem Tode
nicht mehr verlassen wird. In Rom lernt er an den Bildern Caravaggios die
starken Lichteffekte und die plastischen Rundungen der Figuren schätzen, was
m seinen nach 1600 entstandenen Gemälden, wie Die Sintflut, Ruhe auf der
Flucht, Verherrlichung des Kreuzes oder Der Brand Trojas die vorzugsweise
auf kleinformatigen Kupferplatten angefertigt sind, deutlich zum Ausdruck
kommt. 1606 heiratet Elsheimer die Witwe Carla Antonia Stuart, der zuliebe
er zum katholischen Glauben übertritt. Im Laufe der folgenden zwei Jahre
erhöhen sich die Schulden, die er bei seinem „Mäzen“ und Schüler, dem
niederländischen Ritter H. Goudt, macht. Dieser lässt Elsheimer schliesslich
in Schuldarrest nehmen. Als Elsheimer im Sommer 1610 aus dem Gefängnis
entlassen wird, ist er psychisch und physisch zerstört. Er stirbt noch in
der ersten Dezemberwoche desselben Jahres, krank und mittellos, verlassen
von seiner Frau, die drei Monate nach seinem Tode zum dritten Male heiratet. |