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Surrealismus, phantastische Malerei
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Crane, Walter

(* 15. 8. 1845 Liverpool, T 14.3.1915 Horsham)
Der Ruf Cranes als Buchillustrator und Dekorateur hat sowohl während seines Lebens, zu seinem grossen Verdruss, als auch später die Tatsache, dass er sich selbst in erster Linie als Maler sah, in den Hintergrund gedrängt. Diese negative Auffassung hinsichtlich Cranes Malerei vertritt auch Isobel Spencer, die Verfasserin der ersten modernen Crane-Monographie. Dennoch erscheint dieses Pauschalurteil eher ungerecht, denn obwohl Crane in seiner Malerei weniger als selbständige Künstlerpersönlichkeit erscheint als in seinen Arbeiten zu dekorativen Zwecken, so ist er doch neben seinem Freund Burne-Jones als der wichtigste englische Vertreter des Symbolismus anzusehen.
Seine erste Ausbildung erhielt er bei seinem Vater, dem Maler Thomas Crane, der vor allem mit seinen Miniatur-Porträts Erfolg hatte. Er machte eine Lehre als Holzschneider bei William James Linton (1859-1862) und arbeitete daraufhin mit immer grösserem Erfolg als Buchillustrator. Die verschiedensten Einflüsse lassen sich in seinem verwirrend uneinheitlichen Werk aus dieser Zeit erkennen: Neben den Präraffaeliten sind in dieser Beziehung sowohl der frühe deutsche Symbolist Alfred Rethel wie der französische Illustrator Grandville von Bedeutung. Zwischen 1863 und 1876 arbeitete er für den Drucker Edmund Evans. Seine farbenfrohen Kinderbücher machten ihn sehr bekannt, aber der gleiche Erfolg blieb seinen Aquarellen und Ölbildern, die er seit 1866 in der Dudley Gallery und der Grosvenor Gallery ausstellte, versagt. Eine Vorliebe für allegorische und symbolische Bildinhalte verbindet sich hier mit einem Streben nach klassischer Formschönheit, das eher auf seine Bewunderung für hellenisierende Maler wie Lord Leighton als auf Burne-Jones zurückzuführen ist. Die Renaissance der Venus (1877) ist in ihrer kühlen Eleganz als ein erster Höhepunkt dieser Richtung anzusehen. Cranes philosophische Interessen wirkten sich nicht nur in der Wahl seiner Themen, sondern auch in seinem politischen Verhalten aus: 1883 trat er der Socialist League bei. Aus dieser Einstellung ist auch sein zunehmendes Interesse am Kunsthandwerk zu erklären. Er ist der erste Präsident der „Arts and Crafts“ (1888), einer Bewegung, die zum direkten Vorläufer des Jugendstils wurde. Er arbeitete hier mit William Morris zusammen. Im Jahre 1891 machte er eine sehr erfolgreiche Amerikareise, und die Wirkung seines Werkes, vor allem auch in Deutschland, wuchs. Das Bild Die Pferde des Neptun (1893), eine dynamische Komposition, die dem unmittelbar phantastischen Motiv des Emporwachsens der bewegten Pferdeleiber aus den schäumenden Wellen eine grosse sinnliche Präsenz verleiht, stellt einen Höhepunkt in seinem OEuvre dar. Im Entstehungsjahr dieses Bildes nahm Crane seine Lehrtätigkeit an der Manchester School of Art auf, die er bis 1896 ausübte. In mehreren Schriften versuchte er, einem möglichst breiten Publikum, seine Auffassung über die Funktion der dekorativen Künste darzulegen, und sie haben nicht zuletzt dazu beigetragen, dass das Kunsthandwerk das Odium der Minderwertigkeit verlor.


 

 

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