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Surrealismus, phantastische Malerei
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Burne-Jones, Edward

(eigentlich: Edward Coley Burne Jones; *28. 8. 1833 Birmingham, T 17. 6. 1898 London)
Zwei Begegnungen waren für den jungen Burne-Jones von weitreichender Bedeutung: Während seiner Studienzeit in Oxfort lernt er 1853 William Morris kennen, mit dem er bis zu dessen Tod befreundet bleibt, und zwei Jahre danach Dante Gabriel Ros-setti, den Begründer der Bewegung der Präraffaeliten. Rossetti zeigte dem jungen Autodidakten eine Möglichkeit, ohne Kompromisse eine eigene Bildwelt zu schaffen, die eine Flucht aus dem Materialismus der viktorianischen Gesellschaft bot, welche dem Ästheten Burne-Jones zuwider war. Die Rückkehr zu der Formensprache ssotticellis, Mantegnas und Michelangelos, die Darstellung eines sagenhaften Mittelalters und der moralische Anspruch, dass das Streben nach dem „Schönen“ dem Streben nach dem „Guten“ gleichzusetzen sei, kamen Burne-Jones' Auffassungen von seiner Kunst insgesamt entgegen. Anfang der 6oer Jahre entstehen die ersten Ölbilder, die einen eigenen, wenngleich die vielen Einflüsse verarbeitenden Stil zeigen. Neben der Welt der Artuslegenden ist es vor allem die griechische Mythologie, die den Maler immer wieder inspiriert. Grundsätzlich scheint aber die Thematik eher auswechselbar zu sein: In einer stilisierten Traumwelt bewegen sich nachtwandlerische Gestalten in wallenden Gewändern oder glänzenden Rüstungen. Ein Kontakt zwischen den in sich versunkenen Protagonisten kommt nicht zustande. Die betont männlichen oder weiblichen Eigenheiten der Figuren sind zurückgenommen, der androgyne Typus, der die Kunst und die Literatur des ausgehenden 19. Jahrhunderts beherrscht, steht zentral. Eine unerklärliche Trauer hält diese Welt und ihre schönen Bewohner umfangen. Sie alle harren wohl wie die schlafenden Ritter aus dem Dornröschen-Zyklus (1871- 1890) einer Erlösung oder einer Befreiung, aber es geschieht nichts. Das äusserlich sehr erfolgreiche Leben des 1894 geadelten Malers bietet wenig Anhaltspunkte für eine Deutung der melancholischen Grundstimmung des Werks, das ihn schon bald auch auf dem Kontinent bekannt machte. Das oft in seinen Briefen ausgedrückte Gefühl, in einer Zeit zu leben, deren Interessen den seinigen völlig entgegengesetzt seien, ein Verspäteter zu sein, deutet vielleicht auf eine Erklärung hin („Schade, dass ich nicht im Mittelalter geboren wurde. Da hätten die Leute was mit mir anfangen können - jetzt wissen sie wirklich nicht, was ich ihnen eigentlich sein soll“). Die Wirkung der in gedämpften Farben gehaltenen Kompositionen Burne-Jones', der sich für Morris auch gerne als Buchillustrator betätigte, auf die Malerei des Symbolismus war gross. Selbst der Picasso der „Blauen Periode“ hat dem Engländer seine Reverenz erwiesen.
Weitere Hauptwerke Das Glücksrad, 1871-1886; Pan und Psyche, 1872-1874; Pcrseus-Zyklus, 1875-1892; König Cophetua und die Bettlerin, 1884.


 

 

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