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(* 1527 Mailand, T 11. 7.
1593 Mailand)
Ob wohl die Monographie Benno Geigers viele Unsicherheiten in bezug auf
Leben und Werk Arcimboldi; aus dem Wege geräumt hat, bleibt eine Reihe von
Ungewissheiten bestehen. Insbesondere ist die endgültige Zuordnung seiner
Bilder ein kaum zu lösendes Problem, da noch zu seinen Lebzeiten unzählige
Nachahmungen seiner Hauptwerke entstanden. Arcimboldi wuchs in einem der
Kunst zugetanen Milieu auf. Sein Vater war Biagio, ein nicht unbekannter
Maler, der später mit seinem Sohn zusammen arbeiten sollte, bis dieser 1562
dem Ruf des Habsburger Kaisers Ferdinand I. nach Prag folgte. Dort entstehen
1563 die vier Gemälde Die vier Jahreszeiten . In diesen
Bildern wird zum erstenmal die Eigenart des Malers deutlich: Nach der Art
eines manieristischen „concetto“ werden die Porträts im Profil, welche die
Jahreszeiten symbolisieren, aus den Elementen, die man mit der jeweiligen
Saison verbindet, zusammengesetzt. Der Herbst zum Beispiel ist eine
männliche Gestalt, die gänzlich aus Früchten raffiniert nachgebildet wurde.
Auch wenn Arcimboldi, der die Wirkung seiner Bilder durch äusserst subtile
Farbkombinationen noch erhöhte, nicht als erster Maler des - Manierismus
solche „zusammengesetzten Köpfe“ erfand, war er in der Darstellung dieser
Bizarrerien am konsequentesten, und durch ihn wurden sie denn auch schon
bald zu einer sich vom Prager Hof aus verbreitenden Mode. Unter Kaiser
Maximilian II. (1564-1576) blieb Arcimboldi Hofmaler, und das Hauptwerk
dieser Jahre wurde die Serie der Vier Elemente, von denen Das Feuer und Das
Wasser, die sich heute im Kunsthistorischen Museum in Wien befinden, am
bekanntesten wurden. Beim geheimnisumwitterten Nachfolger Maximilians,
Rudolph II., dessen Vorliebe für alles Magische und Okkulte genügend
verbürgt ist, stand Arcimboldi dann in noch höherer Gunst als bei dessen
Vorgängern. Vielleicht gehen auch auf des Kaisers Anregungen die Porträts
zurück, wie Der Archivar oder Der Gärtner, in denen wirkliche Personen in
der Art der allegorischen Bilder der ersten Periode dargestellt wurden.
Zeitgenossen berichten von der verblüffenden Ähnlichkeit, die diese Porträts
mit ihren lebendigen Vorbildern hatten. Kein Bild Arcimboldis wirkt
bestürzender und moderner als der aus Büchern zusammengesetzte Archivar, und
es braucht denn auch nicht zu verwundern, dass die Surrealisten den Maler,
der schnell nach seinem Tode in Vergessenheit geriet, als einen ihrer
Ahnherren neu entdeckten. Schon Don Gregorio Comanini, ein Freund
Arcimboldis, hatte nach dessen Rückkehr nach Mailand (1587) in einem Dialog
über die Malerei in be/.ug auf die Bilder des gefeierten und geadelten
Meisters gesagt: „Denn indem er die Bilder der von ihm erschauten, fassbaren
Dinge zusammensetzt, macht er seltsame Kapricen daraus und Idole, die nicht
mehr von der Kraft der Phantasie erfunden sind; und das, was unmöglich zu
vereinigen scheint, fügt er mit grossem Geschick zusammen und lässt daraus
werden, was er will“ („11 figino overo del fine della pittura“. Manta 1591).
Die Übereinstimmung zwischen diesem Grundprinzip und dem der
surrealistischen Malerei ist kaum zu übersehen
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