|
(*um 1480 vermutlich in
Regensburg, T 12. 1. 1538 Regensburg)
Neben Wolf Huber und Rueland Frueauf d. J. ist Altdorfer der bedeutendste
Vertreter der sogenannten Donauschule, der auch Lucas Cranach nahestand. Die
oftmals beängstigende Fülle auf den Gemälden des jüngeren Altdorfers, die
geradezu "expressive" Farbigkeit, die urwäldlichen Landschaften und die
Phantasie-Architekturen, die seine Bilder beherrschen, lassen ihn zu einem
der ersten Meister in der magischen Darstellung von Realität werden, deren
von „erstickender Wirklichkeit“ zeugenden Elemente, wie Marcel Brion in
„Jenseits der Wirklichkeit“ (1962) sagte, erst in der Zusammenfügung, in der
Kombinatorik, Phantastisches offenbaren. Altdorfer, der seine Ausbildung
wahrscheinlich bei seinem Vater Ulrich Altdorfer erhielt, begann seine
künstlerische Tätigkeit als Graphiker. Gleich aus dem ersten Jahr (1506)
stammt der grösste und bedeutendste der frühen Kupferstiche, Die Versuchung
der Einsiedler, den er, kurz nachdem er sich endgültig in Regensburg
niederliess, anfertigte. Seine Tätigkeit als Graphiker und später als Maler
muss ihm ein gutes Einkommen verschafft haben, denn schon 1513 konnte er
sich ein Haus innerhalb der Stadt kaufen. 1519 wurde er Mitglied des Rates
der Stadt und sieben Jahre danach „Baumeister von Regensburg“. 1528 trug man
ihm das Bürgermeisteramt an, was er jedoch ablehnte, da er sonst seinen
unzähligen Malaufträgen nicht mehr hätte nachkommen können. Nur wenige
Reisen, nach Oberösterreich, Oberitalien und auch nach Trier und vermutlich
nach Köln, erlaubte sich der wie „besessen malende“ Altdorfer. Als er im
Alter von 58 Jahren starb, war er, sofern man seinem zwanzig Seiten
umfassenden Testament glauben darf, einer der "wohlhabendsten Bürger von
Regensburg.
Altdorfer, der nur selten Porträts malte, schuf das erste
„Landschaftsgemälde“ ohne menschliche Figur und folgte damit einem von Dürer
mit seinen italienischen Aquarellen gewiesenen Weg. Als einen der Höhepunkte
des Schaffens Altdorfers könnte man das von Herzog Wilhelm IV. von Bayern in
Auftrag gegebene Gemälde Alexanderschlacht (1518) ansehen, in dem sich
typische Merkmale einer phantastischen Sujet-Bewältigung auffinden lassen:
Krieger in zeitgenössischen Rüstungen kämpfen in einer gigantischen
Donaulandschaft jene fast 1800 Jahre alte Schlacht gegen Darius III. von
Persien; dieses und das zwei Jahre früher entstandene Gemälde Susanna im
Bade (1526), auf dem die prachtvolle Phantasie-Architektur, von der sich
später auch - Escher beeindrucken lassen wird, beinahe spielerisch aus einer
bizarren Landschaft emportaucht, dürften neben dem um 1510 entstandenen
Passionsaltar mit zu den überwältigendsten Bild-Denkmalen der sich dem
Manierismus nähernden Renaissance-Malerei zählen.
|