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ZAUBERPFLANZEN

Pflanzen bzw. Pilze, die für rel. Kulthandlungen, magische Praktiken oder zum Wahrsagen verwendet werden, fasst man unter dem Begriff Z. zusammen, Eine Einteilung dieser Pflanzen hat der Botaniker Unger vorgenommen:

  • Berufskräuter, die Schutz vor Hexen und Zauberern gewähren sollen;

  • Wetterkräuter, die vor Blitz, Hagel und Feuer schützen;

  • Wunderschlüssel. Mit Hilfe solcher Pflanzen kann man Funde und Schätze entdecken;

  • Glückspflanzen, die Reichtum, Liebesfreuden, Macht und Ansehen gewähren.

 

Die wichtigsten Zauberpflanzen in unserer Region sind die Solanazeen - Nachtschattengewächse: Alraune, Tollkirsche - Belladonna, Stechapfel und Bilsenkraut, die schon im Altertum zu magischen Zwecken benutzt wurden. Die Anwendung erfolgte:

  • Als Rauchmittel. Hierfür benutzte man insbesondere die Stechapfelblätter. In der älteren medizinischen Literatur wird in diesem Zusammenhang eine Art „Stechapfel-sucht” beschrieben.

  • Als Räuchermittel. Eckartshausen berichtet in seinem Buch Aufschlüsse zur Magie, dass man in der Kohlen- oder Räucherpfanne Mischungen aus folgenden Kräutern verbrannte:
    a) Schierling, Bilsenkraut, Safran, Aloe, Opi-um, Mandragora, schwarzem Mohnsamen, Nachtschatten, Saft von Sumpfeppig, Stinkasant und Sumpfporst.
    b) Bilsenkraut, Koriander, Eppig und schwarzem Mohnsamen.
    c) Leinsamen, Flohsamen, Veilchen und Eppigwurzel.
    d) Koriander, Eppig, Bilsenkraut und Schier-ling.

  • Als Rauschgetränke In Agypten und Babylon wurde schon im 3. Jahrhundert v. Chr. eine Art Bier gebraut, dem Alraunfrüchte zugesetzt waren. In Deutschland war der Zusatz zum Bier allgemein verbreitet.

  • Als Salben. Es sind folgende Rezepte überliefert, die auch ausprobiert wurden:
    a) Della Porta: Eppig, Tollkirsche, Balsampappel und
    b) Russ oder Wassermerk, Wasserschwertel, Fünffingerkraut, Nachtschatten.
    c) Hartlieb: Mondraute, Eisenkraut, Bingelkraut, Fetthenne, Frauenhaar und Zichorie.
    d) Der Leibarzt des Papstes Julius III., Andreas de Laguna: Schierling, Nacht-schatten, Mandragora, Bilsenkraut.
    e) Paracelsus: Kinderfett, Mohn, Nachtschatten, Zichorie und Schierling.
    f) Wierus: Wassereppich, Wasserschwertel, Fünffingerkraut, Fledermausblut, Tollkirsche und Öl, oder: Taumellolch, Bilsenkraut, Schierling, Feld- und Gartenmohn, Giftlattich, Wolfsmilch und Tollkirsche.
    g) Cardano: Kinderfett, Eppichsaft, Eisenhut, Fünffingerkraut und Russ.
    h) Valvassor in Ehre des Herzogtums Krain: Fünffingerkraut, Tollkirsche, Wassermerk, Eppich, Eisenhut und Ackerwurz.

 

Diese Stoffe werden zerrieben, mit Öl oder Schweinfett vermischt und zu einer Salbe verarbeitet. Diese wurde in die Herzgegend, Magengrube, Achselhöhle und Schläfe eingerieben. Statt diese Kräuter zu einer Salbe zu verarbeiten, hängte man sie auch in kleinen Beuteln unter die Achselhöhle.


 

 

 

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