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Hexenwesen, Satanismus, schwarze Magie
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THOMAS VON AQUIN, 1225-1274

Theologe, Schüler von Albertus Magnus, Angehöriger des Dominikanerordens. In seinen zahlreichen Schriften entwickelte er ein umfassendes philosophisch-theologisches Lehrgebäude, das ihn zu einer überragenden Autorität auf dem Gebiet der kath. Dogmatik machte. Sein Einfluss ist auch bei der Formulierung der Teufels- und der Engelslehre sowie des Hexenglaubens nachweisbar. Die Summa Theologiae enthält grundlegende Aussagen über den Teufel und die Dämonen. Der Teufel war ursprünglich der höchste unter den Engeln. Durch seinen Abfall von Gott - er wollte gottgleich sein - entstand das Reich der Dämonen, deren Sitz teilweise die Hölle ist. Dort werden die Verdammten von den Dämonen gequält, die teilweise auch den Luftraum bevölkern, von wo aus sie die Menschen zum Bösen zu verleiten suchen. Die Zahl dieser bösen Engel ist kleiner als die der guten.
Die Verfasser des Hexenhammers, Sprenger und Institoris, zitieren Thomas neben der Bibel und Augustinus als wichtige Quelle, weil in seinen Schriften die Bestandteile des Hexenglaubens, nämlich Teufelspakt, Hexenflug und Teufelsbuhlschaft vorgebildet waren. Er übernahm von Augustinus die Lehre von dem Dämonenpakt, der zwischen den Menschen und den Dämonen entsteht, wenn magische Gegenstände benutzt werden. Diese an sich wirkungslosen Gegenstände sind ein Kommunikationsmittel, um den Dämonen ein Zeichen zu geben. Sie stellen den Kontakt zu ihnen her, der durch einen Pakt besiegelt wird. Der Dämon begeht dann die von einem Menschen gewünschten Handlungen. Aquin entwickelt diese Theorie weiter, indem er neben diesem ausdrücklichen Pakt noch die Möglichkeit einer stillschweigenden Übereinkunft nennt. Wenn jemand die kleinste abergläubische Handlung ausübt, kommt es zu einem Teufelspakt, obwohl dem Ausübenden die Zeichenwirkung der von ihm benutzten Gegenstände völlig unbekannt ist. Durch diese Erweiterung wird der ganze Aberglaube zu einer gefährlichen Macht und Bedrohung für die Menschen. Der Hexenflug, der noch im Canon Episcopi als Illusion und Einbildung verurteilt worden war, wird hier als möglich angesehen, weil der Satan Christus auf die Spitze eines Tempels brachte, um ihn zu versuchen. In Anlehnung an Psellos lehrt Aquin, dass männliche und weibliche Dämonen mit Menschen sexuell verkehren können. Als Beweis für diese Behauptung, die von den späteren Hexenverfolgern als Teufelsbuhlschaft bezeichnet wurde, dient ihm seine Bibelstelle, in der der Satan in Gestalt des Behemoth und Leviathan auftritt und auch sexuelle Beziehungen hat. Dem Satan geht es dabei aber nicht darum, seine Wollust zu befriedigen, sondern er möchte die Menschen zur Wollust verführen und auf diese Weise seine Herrschaft vergrössern. Auch die Frage, ob es bei einem derartigen Geschlechtsverkehr zu einer Zeugung kommen könne, wird von Thomas erörtert. Der unkörperliche Dämon hat die Fähigkeit, einen Körper anzunehmen und mit ihm den Koitus auszuüben. Die Zeugung wird aber weder durch den Samen des angenommenen Körpers noch durch den Organismus des Dämon bewirkt, sondern der Dämon gibt sich in weiblicher Gestalt einem Mann hin und führt dann den empfangenen Samen als männlicher Dämon einer Frau zu. Die auf diese Weise gezeugten Kinder übertreffen an Stärke und Grösse die Durchschnittskinder, weil der Satan den günstigsten Augenblick für die Befruchtung kennt. Thomas vertritt ebenso wie Augustinus die Ansicht, dass der Teufel die Fähigkeit hat, einen Menschen in ein Tier zu verwandeln. Aber diese Verwandlung findet nicht wirklich statt, sondern der Satan erzeugt in der Phantasie eines Menschen die Vorstellung, dass er tatsächlich in ein Tier verwandelt worden ist. Damit dies auch andere Menschen glauben, stellt er aus der Luft einen Tierkörper her, der genau den Phantasievorstellungen dieses Menschen entspricht. Die Hinrichtung der Ketzer ist Thomas' Meinung nach auf der Grundlage des neuen Testaments gerechtfertigt. Da die Ketzer Söhne des Satans seien, ist es gerecht, dass sie schon auf Erden zur Rechenschaft gezogen und verbrannt würden. Auf Th. geht die Gleichsetzung der Intelligenzen mit den Engeln zurück. Die Namen der Engel und ihre Rangordnung hat er offensichtlich von Pseudo-Dionysos übernommen.


 

 

 

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