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Der sexuelle Verkehr mit
dem Teufel oder mit seinen Dämonen gehört neben Schadenszauber, Hexenflug,
Hexensabbat und Teufelspakt zu den Hauptpunkten des Hexereideliktes. Diesen
Geschlechtsverkehr vollzieht der Teufel bei nächtlichen Orgien auf dem
Hexensabbat mit seinen Anhängern, die sich mit ihm durch einen Pakt
verbunden haben. Je nach dem Geschlecht seines Sexualpartners nimmt der
Teufel eine männliche Gestalt oder eine weibliche an.
Grundlage dieser Vorstellung ist die biblischen Erzählung vom
Geschlechtsverkehr der Söhne Gottes mit den Menschentöchtern. Da es ihnen
nach diesen Frauen „gelüstete”, seien sie auf die Erde herabgestiegen und
hätten sich mit ihnen vereinigt. Aus dieser Verbindung entstanden
Riesenkinder, die wiederum sexuelle Beziehungen zu Frauen eingingen. Als
Strafe für diese Tat wurden sie von Gott in Dämonen verwandelt.
Eine weitere Quelle der Teufel war die antike Mythologie, die zahlreiche
Berichte über Sexualkontakte von Göttern und Halbgöttern mit Menschen
enthält. Da die christl. Theologen diese antiken Göttergestalten in Dämonen
verwandelten, wurden sie als sichtbare Beweise für die Teufel angesehen.
Vermutlich haben die Kreuzfahrer im 13. Jahrhundert diese Vorstellung aus
dem Orient mit nach Europa gebracht. Denn die arab. Dämonen, Dschinn,
stellen nach dem Volksglauben besonders jungen Mädchen nach. In den
Erzählungen des Cäsarius von Heisterbach vergnügt sich der Teufel häufig als
Incubus oder Succubus mit Menschen. Kirchenväter wie Laktanz machten die
Teufel zum festen Bestand des christl. Glaubens.
Augustinus hält bei der Erklärung der Bibelstelle Gen. 6,1 ff. eine
Vermischung von Dämonen und Menschen für möglich. Er verweist hierbei auf
die antiken Faune und Silvane, die Geschlechtsverkehr mit Menschen haben.
Aber die Dämonen haben keinen wirklichen Körper, sondern nur einen
„eingebildeten”. Ein wichtigen Beitrag zur Begründung lieferte Psellos, der
den Dämonen die Fähigkeit zuschrieb, eine männliche oder weibliche Gestalt
annehmen und sich gegenseitig begatten zu können. Aus einer solchen
Verbindung würden wurmartige Wesen entstehen.
Spätere Theologen wie Thomas von Aquin sahen es als erwiesen an, dass die
körperlosen Dämonen einen Körper annehmen und den Geschlechtsverkehr ausüben
könnten, aber sie hielten die Dämonen für zeugungsunfähig. Sie mussten sich
als Succubus bei einem Mann den Samen beschaffen, um dann als Incubus mit
einer anderen Frau Kinder zu zeugen. Diese Kinder stellte man sich als
grässliche Ungeheuer mit Wolfsköpfen und Fischschwänzen vor. Es wurde auch
die Meinung vertreten, die Dämonen formten sich einen Körper aus
kondensiertem Wasser und Gasen oder benutzten die Körper von Menschen, die
sich unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol befanden.
Andere Theologen vermuteten, die Dämonen schlüpften in Leichen und belebten
diese zeitweilig wieder. |