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In der mittelalterlichen
Musik taucht der Teufel als ein Tonschritt auf, der wegen seines unreinen
Klange in der Kirchenmusik nicht benutzt werden durfte. Man bezeichnete
diesen unreinen Tonschrit als Diabolus in musica: Teufel in der Musik. Ein
Musiker, der gegen dieses Verbot verstiess, riskiert die Todesstrafe. In der
frühmittelalterlichen Musik bestand die Tonleiter aus einer Reihe von vier
Tönen im Umfang einer Quarte.
Die zeitgenössische Musik kennt den Satanismus in versteckter und offener
Form. Durch komplizierte Aufnahme- und Mischverfahren ist es möglich, in
einer Musik versteckte Botschaften so einzuflechten dass sie vom Bewusstsein
nicht mehr verstanden, aber vom Unterbewusstsein gehört werde] können. Auf
diese Weise ist es möglich, unser Unterbewusstsein direkt anzusprechen und
au indirektem Wege Überzeugungen zu vermitteln Diese versteckte Werbung für
den Satanismu durch geheime Botschaften wie z. B. „Satan rege - Satan
regiere!” wurde durch die „Heavy Metal-Music" abgelöst, die zum Teil offen
Satanismus propagiert. Diese heute sehr vielgestaltige Musikrichtung geht u.
a. auf die Rolling Stones zurück, die 1969 bei einem Konzert als Ordner die
berüchtigte Rockerbande „Hell Angel” einsetzte. Während des Liedes „Sympathy
for the Devil” wurde ein Farbiger von dieser Rockergruppe getötet. Die engl.
Band Venom, die sich ursprünglich Oberon nannte, machte den Satanismus und
den Tod zum Thema ihrer Lieder. Mit dem Lied „Black Metal” gab sie dieser
Richtung den Namen. In der Folgezeit gingen die Rolling Stones zu dieser
musikalischen Richtung auf Distanz. Die „Black-Metal-Music” ist von der
Rebellion gegen die Gesellschaft geprägt. Die Anhänger dieser Richtung
werfen den etablierten satanistischen Gruppen wie z. B. der Church of Satan
vor, dass sie die bestehende Gesellschaft voll anerkennen und nur das
Christentum ablehnen würden. Einige dieser Gruppen bekennen sich offen zum
Nationalsozialismus und zum Neuheidentum, wie es von den Ariosophen
vertreten worden war. Die Grundthese dieser Richtung ist, dass alle
Religionen ursprünglich „Rassereligionen” waren, die auf eine Urreligion
zurückgeführt werden können. Träger dieser Urreligion sei der „nordische
Mensch”. In den 80er Jahren entstand in Skandinavien die „North-Black-Metal-Group”,
deren Ablehnung des Christentums so weit ging, dass sie Friedhöfe
verwüsteten und weit über 100 Kirchen zerstörten oder anzündeten. Besonders
taten sich bei diesen Angriffen die Gruppen Burzum und Emeror hervor. Varg
Vikernes, der Anführer der Band Burzum, soll über zehn Kirchen angezündet
und den Musiker Oystein Aarseth von der Band Mayhem ermordet haben. Bei
seiner Festnahme fand man über 150 kg Sprengstoff, mit dem er weitere
Kirchen zerstören wollte. Als Grund für den Mord an Aarseth kursieren
verschiedene Gerüchte. Wahrscheinlich wollte der ermordete Sänger Aarseth
seinem Kollegen Vikernes die Führungsposition in der von ihnen gegründeten
satanischen Gruppe The Black Circle streitig machen. Ein norwegisches
Gericht verurteilte ihn 1993 zu einer Haftstrafe von 21 Jahren. Im Gefängnis
propagierte er in Artikeln und Liedertexten seine vom Neonazismus und
Neuheidentum geprägte „Black-Metal-Music”. Die bekannteste
North-Black-Metal-Gruppe ist Mayhem, deren Lieder „Carnage” und „Deathcrush”
weite Verbreitung gefunden haben. Andere Gruppen bekennen sich schon durch
ihren Namen wie Diabolos Rising, Fallen Christ oder Death to Christ zu
dieser Richtung. |