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Hexenwesen, Satanismus, schwarze Magie
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TEUFEL, abgel. von griech. diabällein: verleumden, verhasst machen, auseinanderbringen; diabölos: Verleumder, im neuen Testament: Teufel

Bezeichnung für das personifizierte Böse im christl. und islam. Glauben. Eine vergleichbare Gestalt des Bösen gibt es auch in Religionen, die auf einem Dualismus von Gut und Böse aufgebaut sind - so z. B. in der alt-iran. Religion. In der Teufelgestalt des christl. Glaubens sind mehrere religiöse Vorstellungen zusammengeflossen. Der Kernbereich dieses Symbols des Bösen ist geprägt vom Satan des neuen Testaments, der sich vom untergeordneten Gehilfen Gottes im alten Testament zum Widerpart und einer Art Gegengott entwickelt. Dieses Verhältnis zu Gott wird sichtbar in seiner feindlichen Einstellung zu Christus, dem Sohn Gottes. Ein besonderes Problem bereitete es zu erklären, weshalb ein Wesen, das einst in der Nähe Gottes war, aus seinem Machtbereich verstossen wurde. Als Lösung bot sich die bibl. Erzählung vom Engelsturz an, da der Teufel der Anführer dieser Engel war, die sich mit den Menschentöchtern einliessen. Die berühmte Stelle aus Jesaia, wo der Sturz des Luzifers beschrieben wird, gab eine bessere Begründung für den Ursprung des Bösen. Luzifer stieg zum Himmel hinauf, um Gott gleich zu sein. Statt der Lüsternheit nach irdischen Menschentöchtern sind der Neid, der Hochmut und die Anmassung die Ursachen für den Sturz des Teufels. Diese Verbindung von Satan und Luzifer wird auch schon im neuen Testament vollzogen, wenn Jesus vom Teufel sagt: „Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen”. Da der Teufel in den bibl. Texten eine Gestalt ohne Konturen ist, griffen schon die frühchristl. Autoren bei der Beschreibung des Teufels auf die antike Mythologie zurück. Der griech. Gott Pan, eine bocksgestaltige Tiergottheit aus archaischer Zeit, liess sich aufgrund seines Wesens leicht mit dem biblischen Satan verbinden. Da Pan der einzige Gott ist, der in irdischer Zeit starb, konnte er leicht mit Luzifer gleichgesetzt werden. Man schrieb dem Teufel nach einem Bericht der Bibel auch die Gestalt einer Schlange zu. Die christl. Autoren haben die Schlange, die Eva im Paradies verführte, als Werkzeug des Teufels oder als Teufel selbst gedeutet. Die Gleichsetzung mit den biblischen Ungeheuern Leviathan und Behemoth verleiht dem Teufel alle Merkmale, die ihm die mittelalterlichen Dämonologen zuschreiben. Der Satan des neuen Testaments, Luzifer, die Schlange einschliesslich der anderen biblischen Ungeheuer und des griechischen Gottes Pan bilden demnach das Vorbild des christlichen Teufels, wie ihn sich die mittelalterlichen Theologen vorstellten. Wenn man aber den Teufel zum Gegner Gottes und zum Feind seines Sohnes Christus macht, so ist es nicht nachvollziehbar, weshalb er dann eine Schattenexistenz von Gottes Gnaden führen soll. An diesem Punkt setzt die Kritik der Gnosis ein. Das Böse kann nicht als eine Macht definiert werden, die durch die Abwesenheit des Guten charakterisiert sei. Das Gute, symbolisiert durch Gott, und das personale Böse, der Satan, müssten sich gleichberechtigt gegenüberstehen. Wenn dies nicht Fall sei, dann bleibe auch Gott nur ein schattenhaftes Wesen. Diese beiden Vorstellungen vom Teufel lassen sich so zusammenfassen:

  • Der Teufel ist ein von Gott geschaffenes Wesen, ein Engel, der von ihm abfiel und zu seinem Gegner wurde. Der Teufel ist ein Geschöpf Gottes und kein Gegengott; er versucht Gott und seine Schöpfung zu vernichten. Mit seinem Fall hat der Teufel ein Element der Unordnung in die ganze Schöpfung hineingebracht, das sich bis in die Gegenwart hinein auswirkt. Dies ist der Grundgedanke der christl. Teufelslehre.

  • Der Teufel ist ein wie Gott selbstgezeugtes Wesen. Er ist der Herr der Menschen. Diese schon in der Gnosis verbreitete Auffassung wird vor allem von mittelalt. Luziferianern und Satanisten vertreten.

 

Zwischen diesen beiden grundsätzlich entgegengesetzten Teufelsbildern gibt es auch vermittelnde Auffassungen, die den Teufel wie Jesus zu einem Sohn Gottes machen, der später von Gott abfiel und sich mit den Menschentöchtern verbunden hat. So wurde er zum Schöpfer der irdischen Welt. Da der Glaube an Teufel, Dämonen und Engel für den Menschen der Neuzeit schwer nachvollziehbar ist und Verständnisprobleme bereitet, wurde unter christl. Theologen die Frage diskutiert, ob es überhaupt zwingend ist, den Satan als eine Person aufzufassen, wenn Satan von den neutestamentlichen Schriftstellern erwähnt wird. Der katholische Theologe Herbert Haag kommt in seinen Büchern Abschied vom Teufel und Teufelsglaube zu dem Ergebnis, dass man an allen Stellen des neuen Testaments, die den Teufel ansprechen, die Wörter Sünde oder das Böse einsetzen könnte. Haag erwähnt auch, dass nach Umfragen ein Drittel der kath. und 51 Prozent der evangelischen Theologen nicht mehr an die Existenz eines persönlichen Teufel glaubten. Diese Neuinterpretation des Teufelglaubens ist von dem evangelischen Theologen Rudolf Bultmann und seinen Schülern vorbereitet worden, die unter dem Schlagwort „Entmythologisierung” die christl. Lehre von allen Elementen eines mythischen, überholten Weltbildes befreien wollten. Wenn Jesus auf den Geister- und Dämonenglauben eingegangen sei, dann habe er sich nur der Meinung seiner Zeitgenossen angepasst, um seine Botschaft verständlicher zu machen. Wenn der Teufel von einem personalen Wesen in eine Kraft oder Macht verwandelt wird, stellt sich allerdings die Frage, wer die Sünden der Menschen verursacht. Da das Böse in dieser Welt existiert, die vom Menschen gestaltet worden ist, ist die Sünde ein vom Menschen verursachtes Problem und damit allein seine Angelegenheit. Der Teufel hat die Funktion eines Hinweises auf das Böse, das in die Welt eingedrungen ist. Gegen diese Interpretation des Teufelglaubens wurde eingewandt, dass die Leugnung der Existenz eines persönlichen Teufels mit dem Glauben an eine Hölle unvereinbar sei. Nach Aussage des neuen Testaments ist „das ewige Feuer dem Teufel und seinen Engeln” bereitet. Wenn der Teufel nur eine mythische Gestalt sei, dann muss man auch der Hölle die reale Existenz absprechen und ihr eine symbolische Funktion verleihen. Gegen diese Bestrebungen wandte sich 1972 in verschiedenen Erklärungen Papst Paul VI., auf die ähnliche Stellungnahmen des gegenwärtigen Papstes Johannes Paul II. folgten. Von Kritikern wurden diese Erklärungen als eine Wiedergeburt des mittelalt. Teufelglaubens bezeichnet. Paul II. bezeichnete den Teufel, den Urheber der Sünden in dieser Welt, als Feind Nummer Eins, der mit einer „mörderischen Schlauheit” am Werk sei. Wer die Existenz dieses lebendigen geistigen Wesens in Frage stelle, stehe ausserhalb der biblischen und kirchlichen Lehren. Nur durch grösste Wachsamkeit jedes einzelnen Christen könnten die Angriffe des Teufels abgewiesen werden.


 

 

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