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Bezeichnung im alten
Testament für einen Engel, der als Versucher und Ankläger Gottes tätig ist;
im neuen Testament das personifizierte Böse, der Widersacher Gottes,
besonders des Gottessohnes Jesus Christi, der fast die Funktion eines
Gegengottes übernimmt.
ALTES TESTAMENT
An drei Stellen des alten Testaments, die in Schriften der nachexilischen
Zeit enthalten sind, kommt Satan als ein himmlisches Wesen vor:
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Buch Hiob: Satan, der
unter den Gottessöhnen auftritt, ist ein Werkzeug Gottes. Durch
herbeigeführte Leiden und Übel stellt er Hiob auf die Probe. Satan ist
nicht der Versucher zum Bösen, sondern prüft im Auftrag Gottes, ob die
Gottesfurcht Hiobs echt ist.
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Das Buch Sacharja:
Satan gehört zum Hofstaat Jahwes, der den Hohepriester Josua wegen
seiner Unwürdigkeit vor dem Gottesgericht anklagt. Satan wird abgewiesen
und Josua für frei erklärt. Satan hat in dieser Stelle die Rolle eines
Widersachers der Menschen, dessen erklärte Absicht es ist, Strafe und
Unglück herbeizuführen.
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Das 1. Buch der
Chronik: Satan gibt David eine Entscheidung ein, die sich verhängnisvoll
auswirken sollte. David veranlasst eine Volkszählung, die die Pest ins
Land bringt, weil nicht vollständig gezählt worden war: Die Stämme Levi
und Benjamin wurden von Joab nicht mitgezählt. Indem der Zorn Gottes
durch den des Satan ersetzt wird, wird das Bild Gottes von negativen
Zügen befreit. An dieser Stelle ist der Name Satan eindeutig ein
Eigenname und bezeichnet ein den Engeln vergleichbares himmlisches
Wesen, das Gott mit einer gewissen Selbständigkeit gegenübertritt.
Getrennt von der Figur des Satans müssen dämonische Wesen wie Sedim,
Se'irim, Leviathan und Behemoth, Azazel etc. gesehen werden, die
ursprünglich Götter einer fremden vorjüd. Religion waren und in die jüd.
Religion integriert wurden. Nach dem Ende des „babylonischen Exils” der
Juden geriet die jüd. Religion zunehmend nicht nur unter den Einfluss
religiöser Vorstellungen der Perser und anderer altorientalischer
Völker, sondern auch der Gedankenwelt des Hellenismus. Vermutlich sind
diese Einflüsse, besonders aus der pers. Religion, dafür verantwortlich,
dass sich das Bild des Satan veränderte. Dieses neue Satansbild findet
sich zuerst in den Apokryphen. So wird in dem griech. geschriebenen Buch
der Weisheit der Satan nicht mit der griech. Bezeichnung „Dämon”
übersetzt, sondern als „Verleumder” bezeichnet. Gott hat den Menschen
für die Unsterblichkeit geschaffen, aber durch den Neid des Satan, der
den Menschen zur Sünde verführt, ist der Tod in die Welt gekommen. Die
Frage, ob dieses Satansbild von einer fremden Religion übernommen wurde,
wird unterschiedlich beantwortet. Da die Juden während ihres Exils sehr
eng mit der altpers. Religion in Berührung gekommen waren, wurde der
alttestamentliche S. mit dem pers. Gott Ahriman, dem Symbol des Bösen,
verglichen. Wenn man beide Gestalten innerhalb ihres religiösen Systems
betrachtet, besteht zwischen ihnen ein fundamentaler Gegensatz. Ahriman
nämlich ist der Gegengott, der Ahura Mazda, dem „guten” Gott,
unversöhnlich gegenübersteht. Beide teilen sich die Schöpfung. Ansätze
eines solchen Dualismus finden sich erst in den apokryphen Büchern und
im neuen Testament, wo Satan als Gegenspieler Gottes gedeutet werden
kann. Vermutet wird auch, dass in die Gestalt des Satans Wesenszüge von
babyl. Dämonen eingeflossen sind. Bei dem Satan des Hiobbuches dachte
man an die verschiedenen babyl. Krankheitsdämonen. Bei den Babyloniern
stehen diese Dämonen den „guten” Göttern gegenüber, während Satan im
Einverständnis mit Gott Hiob mit Krankheiten heimsucht. Der Satan im
Buch Sacharja, der die Funktion eines Anklägers hat, kann mit einer
babyl. Dämonengruppen verglichen werden. Jeder Mensch hat nämlich nach
den religiösen Vorstellungen der Babylonier neben seinem Schutzgott
einen Ankläger oder Verfolger. Die Beziehungen zwischen den Menschen und
den Göttern stellte man sich nach der Art eines Prozesses vor. Wenn die
Menschen Recht vor dem Gericht der Götter suchten, trat ihr Ankläger
auf. Zusammenfassend kann man den alttestamentlichen S. als ein Wesen
bezeichnen, das sich allmählich aus der Person Gottes herausgelöst hat.
Bei diesem Prozess der Verselbständigung können benachbarte Religionen
mitgewirkt und einzelne Züge dieser Gestalt geformt haben.
NEUES TESTAMENT
Die in den apokryphen Schriften nachzuvollziehende Wesensveränderung des
Satan findet im neuen Testament ihre Fortsetzung. Satan erscheint auch unter
Namen wie: Diabölos, Echthrös, Beelzebub oder Belial. Dazu kommen
Bezeichnung wie Herrscher dieser Welt, Lügner, Drache oder Schlange. Der
Satan, der bei den neutestamentlichen Schriftstellern besonders bei Paulus
und Johannes sehr häufig vorkommt, bleibt trotzdem eine diffuse Gestalt. Er
ist Feind und Versucher der Frommen und steht mit dem Tod in Verbindung. Da
er ein erbitterter Gegner Christi ist und die Zahl der Sünder auf der Welt
vergrössern will, ist er verantwortlich dafür, dass die Welt in zwei Reiche
zerfällt: nämlich in das Reich Christi und das des Satan Beide stehen
einander in der Wüste, dem Aufenthaltsort des Satan, gegenüber, als Jesus
sich dort vierzig Tage aufhält und fastet. Diese und alle anderen
Versuchungen des Satans werden von Jesus erfolgreich abgewiesen. Wer den
Versuchungen des Satan verfällt, ist aus der Gemeinschaft Christi
ausgestossen. Seine besonderen Merkmale sind: Lüge, Mord oder Hass. Vom
Apostel Paulus wird die Macht des Satan noch stärker betont, wenn er ihn als
„Fürsten” und „Gott dieser Welt” hinstellt. Der Satan ist auch das Oberhaupt
der bösen Dämonen, die ihm als Engel dienen. Nach Paulus gibt es unter
diesen bösen Geistern wie bei den Engeln eine Rangordnung. Diese bösen
Geister machen die Menschen besessen und quälen sie als Plagegeister.
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