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PROCLUS (PROKLOS), DIADOCHOS, 410-458 nach Christus

Philosoph und einer der wichtigsten Vertreter des Neuplatonismus. Da die Seele für ihn wie im übrigen für alle Neuplatoniker nur ein „Ausfluss des Absoluten, des Göttlichen” ist, könnten Menschen, die die geheimen Wechselbeziehungen des Alls kennen würden, mit den Dämonen in Kontakt treten. Die theurgischen Schriften des Proclus, die die magisch-mystische Vereinigung mit Gott, Engeln und Dämonen behandeln, sind verlorengegangen. Einige seiner philosophischen Werke wie Elemente der Theologie und Platonische Theologie geben einen gewissen Einblick in seine Theurgie. Alle beseelten Wesen, sprich: Götter, Engel, Dämonen, Heroen und Menschen, wurden vom Weltschöpfer, dem Demiurgen, erschaffen. Von diesen Wesen würden der Himmel, die Luft, das Wasser und die Erde unterschiedslos bewohnt. Die in diesen Reichen herrschenden Götter seien von Engeln, Dämonen und Heroen umgeben. Der weite Raum zwischen den Göttern und der Sphäre der Menschen wird von einer Dreiheit von wesenhaften Zwischenwesen, nämlich Engeln, Heroen und Dämonen, ausgefüllt. Sie seien die Begleiter der Götter, von deren Wesen sie ein Abbild sind. An der Spitze dieser Dreiheit stehen die Engel, die den Willen der Götter an die Menschen weitervermitteln. Da sie keinen Körper hätten, sondern reiner Geist seien, würden sie auch Intelligenzen genannt. Vermutlich vertrat Proclus die Auffassung, dass auch Geschlechtsverkehr zwischen Dämonen und Menschen möglich sei. Besonders schätzte er die Chaldäischen Orakel, eine Sammlung von Aphorismen, die dem altiran. Religionsreformer Zarathustra zugeschrieben werden, aber wahrscheinlich im 2. Jahrhundert nach Christus von dem Neuplatoniker Julianus zusammengestellt worden sind. Die Chaldäischen Orakel, von denen sich nur wenige Reste bei antiken Schriftstellern erhielten, betonen die Wichtigkeit der Beschwörungsworte, meistens vielsilbige Wörter unbekannter Herkunft, die eine unbeschreibliche Kraft besitzen sollen.


 

 

 

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