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Griechischer
Kirchenlehrer in Alexandria, der zu den wichtigsten und produktivsten
Denkern der frühchristlichen Welt gehört.
In seinem im Jahr 220 erschienenen Werk De principiis, das nur in einer lat.
Fassung erhalten ist, vertritt er die Meinung, dass auch der Satan als Teil
der Schöpfung Gottes am Jüngsten Tag erlöst wird. Wenn nämlich einmal das
Gute die Macht im ganzen Kosmos übernommen hat, kann das Böse nicht mehr
weiterexistieren.
Die Folge ist, dass es keine Fortdauer der ewigen Höllenstrafen geben kann
und somit der Satan und seine Dämonen ihre ursprünglich engelhafte Gestalt
wiedergewinnen. Nach Origenes waren ursprünglich alle sichtbaren und
unsichtbaren Wesen untereinander gleich.
Allmählich bildete sich eine Hierarchie aus drei Schichten heraus. Den
ersten Platz nehmen die verschiedenen Gruppen von Engeln ein, dann folgen
die Menschen und Tiere und zuletzt der Satan und seine Dämonen. Für das
Unheil in der Welt sind die Dämonen verantwortlich. Sie wohnen in dem
dichteren Dunstkreis der Erde. Da sie Leiber besitzen, bedürfen sie auch der
Nahrung, die sie aus dem Qualm der heidnischen Opfer einsaugen. Aber ihr
Körper ist bei weitem feiner und dünner als der der Menschen, so dass sie
über die Fähigkeit verfügen, in den Körper und den Geist der Menschen
einzudringen.
Aufgrund ihrer körperlichen Beschaffenheit verfügen sie über eine grosse
Schnelligkeit, so dass sie die Zukunft aus der Bewegung der Gestirne
erfahren können. Die Macht der Dämonen wird durch den Kreuzestod Christi
gebrochen. Aber bis zu ihrer endgültigen Niederlage sind sie noch in der
Lage, ihr Wissen und Können an bestimmte Menschen, nämlich die Magier,
weiterzugeben. Macht über die Dämonen kann ein Mensch gewinnen, wenn er ihre
Namen richtig und in ihrer ursprünglich Form ausspricht.
Origenes wurde 543 von Kaiser Justinian zum Ketzer erklärt. Teile seiner
Lehre wurden 553 auf dem 5. ökumenischen Konzil in Konstantinopel
verurteilt. |