| Hexenwesen, Satanismus, schwarze Magie |
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NEUPLATONISMUS |
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Führende philosophische Schule in der Spätantike - 3. Jahrhundert bis 6. Jahrhundert nach Christus -, die die platonische Philosophie nicht nur weiterentwickelte, sondern auch mit orientalischen und christlichen Ideen verband. Als Inspirator dieser Richtung gilt der platonische Philosoph Ammonius Saccas, dessen Schüler Plotin als Hauptvertreter des Neuplatonismus gilt. Dessen Schüler und Nachfolger Porphyrios, Proldos und Jamblichos entwickelten eine umfassende Lehre, wie der Mensch mit den Dämonen in Kontakt treten könne. Diese Lehre, eine Art von Theologie, die mit wissenschaftlichen Ansprüchen betrieben wurde, studierten die späteren Hexenverfolger des 16. und 17. Jahrhunderts eifrig und setzten sie dann in die Praxis um. Grundlegender Gedanke des Neuplatonismus ist die Lehre von den Emanationen, mit deren Hilfe die stufenweise Entstehung der ganzen Schöpfung aus einer anfänglichen Einheit heraus erklärt wird. Dieser Vorgang der Emanation vollzieht sich in vier Stufen: Vernunft, Seele, Natur und Materie. Für Plotin bestand die wichtigste Lebensaufgabe des Menschen darin, den Weg aus der Erscheinungswelt zum Urgrund allen Seins, das man sich als Gottheit vorstellte, zurückzufinden und sich mit ihm wiederzuvereinigen. Der grosse Raum zwischen dem Weltschöpfer Gott und der Welt ist ausgefüllt von den Göttern und Zwischenwesen. Oberhalb der Planetensphäre, deren unterster und letzter der Mond ist, wohnen die Götter, während die Dämonen ihren Sitz im Luftraum zwischen Mond und Erde haben. Der Mond bildet gleichsam die sichtbare Grenze zwischen der nur durch den Verstand erkennbaren Welt der Götter und der sichtbaren Welt der Dämonen und Menschen. Die Dämonen, die man sich als Umsetzung und Unterordnung der orientalisch-antiken Götterwelt unter einer Gottheit vorstellen muss, sind Doppelwesen, die sowohl durch ihre Ewigkeit am Wesen der Götter Anteil haben als auch Eigenschaften der Menschen besitzen, denn sie zeigen Affekte und können einen Feuer- und Luftleib annehmen. Im Gegensatz zu seinen Nachfolgern verwarf Plotin jeden Versuch, auf die Gottheit einzuwirken und sich ihrer Hilfe zu bedienen. Die Unterscheidung zwischen den bösen und guten Dämonen wurde von Plotins Nachfolger Jamblichos eingehend begründet. Da die bösen Dämonen der Materie mehr verhaftet seien, wohnten sie mehr in der Nähe der Erde. Das Ziel der bösen Dämonen bestünde darin, den Menschen zu verwirren, die Affekte bei ihm zu wecken und den Aufstieg seiner Seele zu Gott zu verhindern. Jamblichos bildet diese Dämonologie noch weiter aus, indem er zwischen Gott und den Menschen eine Reihe von Zwischenwesen einschob: Götter, Dämonen, Heroen und Seelen. Die bösen Dämonen werden von grausamen, wilden Tieren begleitet. Der antike Neuplatonismus erlebte eine neue Blütezeit in Florenz, als die Schriften der Neuplatoniker Jamblichos, Proklos und Psellos von Marsilio Ficino wiederveröffentlicht wurden. In seiner Lehre von der Magie trennt er die Magia naturalis von der Magia daemonica ab. Die Wirkung der Magia naturalis beruhe auf denjenigen Kräften, die die Planeten auf die Einbildungskraft der Menschen ausübten. Der ital. Philosoph Marsilio Ficino verzichtete auf vermittelnde Zwischenwesen wie Dämonen, die dem Menschen übernatürliche Handlungen erst ermöglichen. Diese Kraft der Planeten könne aber auch in Gegenständen wirksam werden, wenn von einem intelligenten Wesen die magischen Zeichen dieser Gegenstände mit einem Planeten in Verbindung gebracht würden. Damit aber solche Gegenstände ihre Wirkung auf einen anderen Menschen entfalteten, müssten beide - der Magier und diese Person - diese Zeichen verstehen. Auf diese Weise sei der Schadenszauber ausgeschlossen, der auf einer geheimen Fernwirkung der Magie beruhe. |
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