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KABBALA, hebr.: Überlieferung

Kabbala ist die Bezeichnung für die jüd. Mystik und Geheimlehre, besonders in der mag. Ausformung seit Beginn des 13. Jahrhunderts in Südfrankreich. Schon zu diesem Zeitpunkt gab es die Unterscheidung zwischen einer theoretischen oder spekulativen und einer theurgischen oder praktischen Kabbala Hauptthema der theoretischen Kabbala ist die mystische oder ekstatische Schau Gottes. Der mystische Weg zu Gott ist eine Umkehrung des Weges, auf dem der Mensch aus Gott gekommen ist. Wer die Etappen der Entstehung der Welt und des Menschen kennt, ist auch im Besitz des Wissens, um an die Quelle allen Seins, nämlich Gott, zurückzukommen.
Die Kosmologie spielt also in der theoretischen Kabbala eine zentrale Rolle. Grundlage der theoretischen Kabbala ist die Lehre von den zehn Sephiroth oder Eigenschaften Gottes, welche die verschiedenen Stufen der Sichtbarwerdung des Göttlichen in der Gestalt dieser Welt beschreiben.

Das Absolute (en soph):

1. Kether: Krone oder Ursephirah, aus der alle anderen hervorgehen.
2. Chokmah: Weisheit, theoretische Vernunft.
3. Binah: Verstand.
4. Gedullah: Grösse, Liebe, Langmut; oder Chesed: Huld.
5. Geburah: Stärke oder Härte.
6. Tiphareth: Herrlichkeit; oder Rachammi: Barmherzigkeit.
7. Netzach: Sieg, Dauer, Festigkeit.
8. Hod: Ruhm, Glorie.
9. Yesod: Grund, Fundament.
10. Malkuth: Herrschaft, Reich.

Jedem dieser Sephiroth sind gute und böse Geister zugeordnet. Die praktische Kabbala, die die geheimen Namen Gottes und der Engel im Sinne der Weissen Magie, d. h. nicht zum Schaden anderer Menschen benutzt, ist älter als die theoretische Richtung der Kabbala In ihr ist die gesamte altjüd. Magie eingegangen. Auch wenn sich viele Kabbalisten von dieser Richtung distanzieren, beweisen ihre Schriften das Gegenteil und verraten ihr grosses Interesse an dieser okkulten Disziplin. Besonders ausgebildet wurde die praktische Kabbala von dem deutschen Chassidismus, einer mystischen Bewegung unter den Juden im Rheintal, in deren Lehren auch zahlreiche Elemente der spätantiken Gnosis eingegangen sind. Scharf getrennt „werden muss von dieser Richtung die Schwarze oder Dämonische Magie, die sich mit Zauberei, Totenbeschwörung, Anrufung von Dämonen und Nutzung von Amuletten beschäftigt. Sie galt als etwas Unreines und war den Juden strengstens verboten. Es finden sich auch Stimmen, die den Einsatz der Schwarzen Magie rechtfertigen, weil man das Unreine nur mit dessen eigenen Mitteln bekämpfen könne. Teilweise ist dieses Gedankengut, einschliesslich der benutzten Namen der Dämonen, nicht jüd. Ursprungs, sondern aus arab. Quellen entlehnt.


 

 

 

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