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Hexenwesen, Satanismus, schwarze Magie
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JUGENDSATANISMUS

Eine Erscheinungsform des Jugendokkultismus, die seit den Ritualmorden von Sondershausen und Witten und dem damit verbundenen Medienwirbel immer wieder die Öffentlichkeit beschäftigt. Wie bei dem bei manchen Jugendlichen anzutreffenden Okkultismus besteht auch der Jugendsatanismus aus Praktiken, denen meistens der theoretische Hintergrund einer kohärenten Lehre fehlt. Man muss den Jugendsatanismus als eine reaktive Form des Satanismus bezeichnen, dessen Ausgangspunkt auf einer Protesthaltung gegen Familie, Schule, Kirche und Gesellschaft beruht. Der Übergang zur Gothic-Subkultur und der Black-Metal-Szene ist fliessend, weil es viele, besonders äussere Berührungspunkte wie z. B. die schwarze Kleidung gibt. Der Jugendsatanismus äussert sich in einer Verhöhnung der christlichen Symbole wie z. B. dem Tragen eines umgekehrten Kreuzes, der Entweihung von Friedhöfen und Kirchen. Die satanistischen Praktiken, zu denen die üblichen Rituale der Schwarzen Messe wie magische Symbole, Satansanrufe und -gebete oder auch das Bluttrinken gehören, ist meistens mit sexuell perversen und gewalttätigen Handlungen verbunden. Der sexuelle Missbrauch weiblicher Teilnehmer wird häufig berichtet. Über die Häufigkeit und Verbreitung des Jugendsatanismus liegen seit den 90er Jahren Untersuchungen und Umfragen vor. So befragte U. Müller eine Gruppe von 3.950 Schülern aus Bayern und kam zu dem Ergebnis, dass nur eine geringe Zahl von Jugendlichen mit dem Satanismus sympathisiere. Prof. Mischo vom Institut für Grenzgebiete der Psychologie befragte 496 psychosoziale Beratungsstellen, ob die von ihnen betreuten Jugendlichen Erfahrungen mit dem Satanismus hätten. 24 Prozent der behandelten Jugendlichen hatten schon satanistische Praktiken ausprobiert, während die Beschäftigung mit dem Okkultismus bei weitem höher lag - 61,3 Prozent. Der Berliner Prof. Zinser führte eine repräsentative Umfrage unter Schülern zwischen 13 bis 20 Jahren durch. Ergebnis: 1,9 Prozent waren passiv, 2,4 aktiv an Schwarzen Messen beteiligt. Das Interesse von Jungen - 2,6 - an satanistischen Praktiken war deutlich höher als bei Mädchen - 1,9 Prozent. Auffällig ist das erhöhte Interesse von Schülern der Oberstufe an Ritualen und Praktiken der Schwarzen Messe. 4,8 Prozent männliche und 1,9 Prozent weibliche Oberschüler hatten aktiv und passiv an einer Schwarzen Messe teilgenommen. Das Interesse an satanistischen Praktiken sinkt nach Abschluss der Oberstufe stark ab.


 

 

 

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