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Hexenwesen, Satanismus, schwarze Magie
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JACQUIER, NIKOLAS ,gest. 1472

Französischer Dominikaner und Inquisitor in Nordfrankreich. In seiner 1458 erschienenen Schrift Flagellum haereticorum fascinariorum vertritt er als einer der ersten Theologen die Ansicht, dass zwischen den Ketzern und den Hexen eine enge Verbindung bestünde. Zwar wollten die Hexen im Gegensatz zu den Ketzern keine eigene Kirche gründen, aber beiden Gruppen verbände der ausdrückliche und freiwillige Bund mit dem Bösen in der Gestalt Satans. Beiden gemeinsam sei auch, dass sie allen nur denkbaren Schaden anrichteten. Jacquier berichtet, dass sich die Hexensekte an einem bestimmten Tag versammelte, um ihren Teufelskult zu betreiben.
Satan, der in Bocksgestalt aufträte, beteten sie nicht nur an, sondern trieben mit ihm auch Unzucht. Voraussetzung für die Aufnahme in diese Sekte sei die Abschwörung vom Christentum, dadurch dass sie das Kreuz anspieen, das Abendmahl und Weihwasser entweihten und dem Teufel durch Kniebeugen und einen Kuss auf das Gesäss Ehrerbietung erwiesen. Danach drücke der Satan der Hexe ein Mal ein. Die Handlungen und Zusammenkünfte dieser Zaubersekte seien nicht Täuschungen der Phantasie, sondern fänden tatsächlich statt. Durch einen Kunstgriff verbreite der Teufel den Glauben, dass die Hexenfahrten nur ins Reich der Träume gehörten. In der Sekte oder Synagoge dieser Zauberer erschienen nicht nur Frauen, sondern auch Männer, und, was noch schlimmer sei, sogar Geistliche und Mönche. Satan verspreche ihnen Schutz und Hilfe, damit sie ihren Schadenszauber verrichten könnten. Besonders wendet sich Jacquier gegen den Canon Episcopi, der seiner Ansicht nach abgeändert werden müsse, weil er eine falsche Argumentation enthalte und die neuen Fakten nicht berücksichtige. Denn es sei erwiesen, dass entgegen der im Canon Episcopi vertretenen Meinung die Hexen tatsächlich zum Sabbat durch die Luft flögen. Jacquier hat in Grundzügen die spätere Hexenlehre schon entwickelt und kann als einer der Wegbereiter der Hexenprozesse gelten. Er zeigte die Möglichkeit auf, Hexen wegen des Deliktes des Schadenszaubers zu verurteilen, das in Deutschland ein todeswürdiges Verbrechen war. Da Jacquiers Meinung nach an Hexenversammlungen auch Geistliche teilnahmen, konnten Kritiker der Hexenprozesse leicht als geheime Parteigänger Satans verleumdet werden.


 

 

 

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