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Hexenwesen, Satanismus, schwarze Magie
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HEXENSALBE

Eine Mischung aus narkotischen Pflanzen wie Mohn, Nachtschattengewächsen wie Bilsenkraut, Tollkirsche, Stechapfel, Alraun, Eisenhut, Schierling und Fünffingerkraut mit Fett, die von den Hexen in die Magengrube, Achselhöhle, Herzgegend oder Genitalzone gerieben wurde. Die Wirkung bestand in einem Rausch oder Trancezustand, in dem die Hexen vor allem Flugerlebnisse hatten. Deshalb wurden die Hexensalbe auch als „Flugsalben” bezeichnet. Die Hexen glaubten auch, erotische Exzesse zu erleben oder sich in Tiere zu verwandeln. Obwohl derartige Flugsalben schon seit der Antike wie z. B. bei Horaz, Ovid Petronius und besonders ausführlich in dem Roman des Apuleius erwähnt werden, ist ihre genaue Zusammensetzung bis heute unbekannt geblieben. Auch die Protokolle der Hexenprozessakten enthalten nur wenige Details. Das Geheimnis dieser Salben, die die Hexen nach Ansicht der Hexenrichter vom Teufel erhalten haben sollen, nahmen sie mit in den Tod. In der Neuzeit haben viele Arzte, Botaniker und Apotheker das Geheimnis der Zusammensetzung der Hexensalbe zu lüften versucht. Der okkult. Schriftsteller Stanislas de Guaita fasste die Ergebnisse seiner langjährigen Forschungen in einem Buch mit dem Titel: Eluctuarium satanicum zusammen. Darin findet sich eine Zusammensetzung, die aus den Extrakten folgender Pflanzen bzw. Stoffe besteht: 3 g Rhizinus, 50 g Opium, 30 g schwarze Betelnuss - eine Stechapfelart -, 6 g Fünffingerkraut, 15 g Schierling, 15 g Tollkirsche, 15 g Bilsenkraut, 250 g Indischer Hanf, 5 g Spanische Fliege mit Zucker.
Schon der Naturwissenschaftler Gassendi beschreibt einen Selbstversuch, bei dem er sich mit einer Hexensalbe aus Nachtschattengewächsen einrieb. Der Schriftsteller Kiesewetter, der wichtige Grundlagenwerke über den Okkultismus verfasste, starb bei einem Selbstversuch mit H. Bekannt wurde der Selbstversuch, den der Volkskundler Will-Erich Peukkert 1927 zusammen mit einem Rechtsanwalt durchführte. Beide hatten Flugerlebnisse und glaubten, an erotischen Festen teilzunehmen. Peuckert kommt zu dem Ergebnis, dass die Berichte der Hexen über die Wirkung dieser Salben glaubwürdig seien. Vermutlich haben sie die Erlebnisse in diesem narkotischen Zustand als wirklich erlebt angesehen.


 

 

 

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