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Synagoge des Satans im
Anschluss an die Bibel. Bezeichnung der ungläubigen Juden. Der Hexensabbat,
der eng mit dem Hexenflug verbunden ist, bezeichnet die nächtlichen
Zusammenkünfte der Hexen an einem abgelegenen Ort, wo sie sich in wilden
Orgien dem Satan und sich selbst hingegeben haben sollen.
Der Hexenflug ist ein wichtiger Bestandteil dieser Vorstellung, weil er es
den Hexen erst ermöglicht, sich an einem Ort gemeinsam zu treffen. Die
Hexenversammlungsplätze liegen meistens auf Berggipfeln, von denen in
Deutschland der Brocken oder Blocksberg seit dem 17. Jahrhundert der
bekannteste ist. Manchmal sollen derartige Versammlungen an Kreuzwegen oder
in abgelegenen oder leeren Kirchen abgehalten worden sein. Besondere Tage
für den H. gibt es im Hexenkalender nicht, aber häufig werden in den
Hexenprozessen der Samstag, der der Muttergottes geweiht ist, die Sonntage,
die Tage des Herrn, oder kirchliche Feiertage genannt. Bevorzugte Termine
sind die vier jahreszeitlichen Feste: Winterfest, Frühlingsfest, Sommerfest
und Herbstfest. Hexensabbate fanden auch in der Walpurgisnacht am 30. April
und am 31. Oktober statt.
Die Vorgänge auf dem Hexensabbat werden zwar nicht einheitlich beschrieben,
feste Bestandteile aber sind: Einzug und Prozession, Huldigung des Satans,
ausgiebiges Mahl, bei dem auch Kinder verzehrt wurden, der gemeinsame Tanz,
die Abschwörung vom christl. Glauben, der Bericht über verübte Taten, die
Beratung über weitere Taten und schliesslich eine sexuelle Orgie.
Die Zahl der Teilnehmer an einem Hexensabbat wird in den Quellen
unterschiedlich angegeben. Sie schwankt von unter zehn bis hin zu 100.000
Hexen, wie der frz. Hexenrichter de Lancre berichtet.
Der H. wird zuerst in einem 1335 in Toulouse geführten Prozess gegen zwei
Frauen erwähnt. Die Bezeichnung Synagoge für den Hexensabbat taucht zum
erstenmal in der anonymen Schrift Errores Gazariorum - Irrtümer der Ketzer;
um 1437 verfasst - auf. Nach neuesten Erkenntnissen könnte der Autor
Inquisitor gewesen sein, der möglicherweise aus dem Aostatal stammte. Nach
den Forschungen von Ginzburg müssen im Vorstellungskomplex des H. zwei
Schichten unterschieden werden.
Zunächst haben die Hexenrichter ein bekanntes Vorurteil gegen die Hexen
angewandt, das aus der Ketzer- und Judenverfolgung stammt. Den Ketzern wurde
unterstellt, dass sie sich an geheimen Orten träfen und dort mit
scheusslichen Orgien Satan huldigten. Der gleiche Vorwurf wurde auch gegen
die Juden erhoben. Ihre Synagogen galten als Stätten der Dämonen, wo mit
diesen Unzucht getrieben würde. Inhalt dieses Vorurteils ist die Behauptung,
dass sich eine religiöse Minderheit an einem unbekannten Ort in der Nacht
versammelt und dort seltsame Bräuche, meistens sexueller Natur, praktiziert.
Dieses Vorurteil, das in seiner Endstufe auch auf die Hexen angewandt wurde,
hat eine lange Geschichte. Gegen die Christen wurden im 2. Jahrhundert die
gleichen Vorwürfe erhoben. Man beschuldigte sie, sie würden an abgelegenen
Orten Tierkulte, Menschenfresserei und Inzest betreiben. Hinter diesem Bild
vom H., das die Hexenrichter zeichneten, verbirgt sich eine sehr alte
Schicht von religiösen Vorstellungen. In ihnen sind Elemente eines
Fruchtbarkeits- und Totenkultes (Erdmutter) miteinander verwoben worden,
deren Ursprung in dem in Zentralasien beheimateten Schamanismus zu suchen
ist. Menschen mit besonderen mag. Fähigkeiten, die schon bei der Geburt
durch körperliche Merkmale wie der Glückshaube, d. h. den Resten der Eihaut,
erkennbar sind, fallen nach längeren Tänzen oder durch den Genuss von Drogen
in Trance und treten in der Gestalt eines Tieres (Tierverwandlung) eine
Reise ins Jenseits zu den Toten an. Dort kämpfen sie mit ihnen um die
Fruchtbarkeit der Felder. Diese Glaubensvorstellungen sind durch die
Vermittlung von Steppenvölkern nach Europa eingedrungen.
Obwohl als sicher gelten kann, dass der Hexenglaube uralte schamanistische
Elemente enthält, bereitet es Schwierigkeiten, zu erklären, wie der
ursprünglich Schamane zu einer so negativ besetzten Figur wie der Hexe
werden konnte. Wie Ginzburg in seiner Untersuchung über die Benandanti
nachwies, haben die Hexenverfolger diese Menschen in ihr Hexenverständnis
eingefügt und mit ihnen gleichgesetzt, obwohl sie nach ihren eigenen
Aussagen gegen die Malandanti kämpften. |