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Hexenwesen, Satanismus, schwarze Magie
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HEXENFLUG

Die Fähigkeit der Hexen, zu fliegen, gehört zu den ältesten Motiven des Hexenglaubens. Ohne den Hexenflug gäbe es keinen Hexensabbat, und der gesamte Hexenglaube bräche zusammen. Die Hexen können aber nicht aus eigener Kraft fliegen, sondern sie bedürfen dazu der Hilfe des Teufels. Im Canon Episcopi wurde der Glaube, dass Frauen sich einbildeten, zur Nachtzeit auf dem Rücken von Tieren grosse Entfernungen zurückzulegen, um bei ihrer Herrin Diana zu erscheinen, als heidnischer Unsinn bezeichnet. Die Ansicht, dass der Hexenflug nur teuflische Vorspiegelung sei und nur in der Phantasie der Frauen stattfinde, wurde zuerst von Delrio angegriffen. Grundlage sind die Bibelstellen vom Flug Habakuks mit einem Engel und die Entführung Christi durch Satan. Die beiden Evangelisten schildern, dass Christus vom Satan zunächst auf die Zinnen eines hohen Tempels und von dort auf einen hohen Berg gebracht worden sei.
Diese Perikope wurde von den Dämonologen als Beweis für die Realität des Hexenflug angesehen. Delrio fügte als weiteren Beweis noch hinzu, dass die Hexen sofort vom Sabbat verschwänden, wenn der Name Jesu ausgesprochen würde. Dies könne nicht in der Phantasie der Frauen geschehen, weil der Teufel, der sie leibhaftig zum Sabbat gebracht habe, sie auch wieder wegtragen würde. Den Flug zum Sabbat stellte man sich so vor, dass sie rittlings vom Teufel oder einem Tier, meistens einem Ziegenbock, dorthin gebracht würden oder auf einem Gegenstand wie Stock oder Besen flögen.
Verbunden mit dem Hexenflug war häufig eine Tierverwandlung, die nach Einreiben mit einer Hexensalbe erfolgte. Wie der Hexensabbat ist der Hexenflug Teil eines uralten schamanistischen Kultes, bei dem Menschen in trancehaftem Zustand in Tiergestalt oder auf dem Rücken eines Tieren eine Jenseitsreise antreten.
Reste dieses aus Zentralasien stammenden Kultes finden sich in der griech.-röm. Mythologie. Die Göttin der Unterwelt, Hekate, und ihr röm. Gegenbild Diana ziehen mit ihrem Gefolge nachts umher. Dass die Vorstellung einer nachtfahrenden Göttin Diana auch im deutschen Volksglauben verbreitet war, lehrt der Canon Episcopi. Noch im 6. Jahrhundert zerstörte der Einsiedler Wulfilach ein Standbild von ihr bei Trier, das von der einheimischen Bevölkerung sehr verehrt wurde. Das Gefolge der Diana trug den Namen ludus dianae. Der röm. Volksglauben kannte eine Gattung von Nachtgespenstern, die Strigen, die man sich als kindertötende Ungeheuer in Vogelgestalt vorstellte. Der Name lebte im Mittellatein als Stria weiter, woraus sich das ital. Wort Strega: Hexe gebildet hat. Im alt-nord. Hexenglauben ist die Verbindung mit dem eurasischen Schamanismus noch deutlich sichtbar. Der Stab, auf dem die Hexe ihren Ritt durch die Luft vollzieht, trägt den Namen „gandr”, was im Lappischen die Seele eines Schamanen bezeichnet. „Den Stab schwingen” hat im Altnord. die gleiche Bedeutung wie „einen Ritt durch die Luft antreten”. Diese Vorstellung, dass die Hexe auf einem Zaunstecken reitet, hat sich auch in ihrer altnordischen Bezeichnung hagazussa erhalten.


 

 

 

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