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Hexenwesen, Satanismus, schwarze Magie
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HEXEN-EINMALEINS

In Goethes Faust findet sich eine Versgruppe, welche die ganze Symbolik der Zahlen 1-10 enthält:
„Du musst verstehn! Aus Eins mach Zehn, Und Zwei lass gehn,
Und Drei mach gleich, so bist du reich. Verlier die Vier!
Aus Fünf und Sechs - So sagt die Hex -
Mach Sieben und Acht, So ist's vollbracht: Und Neun ist Eins, Und Zehn ist keins.
Das ist das Hexen-Einmaleins!”
Der erste Vers ist eine Aufforderung, wieder zur Ewigkeit zurückzukehren. Aus der Null, dem Nichts, stammt alles Leben, und dorthin wird alles wieder zurückkehren. Die geistige, zeugende Kraft ist die Eins. Symbolisch wird dieser Prozess durch die 10 dargestellt. Die Zwei ist der Stoff und steht für Passivität. Dies drückt die Bibel so aus: „Siehe, ich bin des Herrn Magd”. Die Drei besteht aus dem aktiven und passiven Prinzip. Die Drei ist das Licht, das die tote Materie erst belebt. In der Bibel ist dies Christus, den Johannes „als das Licht der Welt” preist. Die Vier ist die Zahl der Welt. Genau in der Mitte der 12 Verse steht die Sechs. Diese Zahl wird der Venus zugeordnet, die durch ihre Verführungskünste den zur Ewigkeit pilgernden Menschen Prüfungen auferlegt.
Die Sieben und Acht sind heilige Symbolzahlen. Mit der Neun ist das Ende schon erreicht und der irdische Bereich durchmessen. Am Ende dieses Weges steht das Nichts, die höchste Vollkommenheit.
Man kann diese Verse auch als magisches Quadrat deuten. Wenn man nämlich aus den Zahlen 10, 2, 3 eine Zeitreihe bildet, erhält man die Quersumme 15. Wenn man das Hexenrezept auf die Zahlen 4, 5, 6 anwendet, erhält man 0, 7, 8. Die Quersumme ist ebenfalls 15. Die fehlenden Zahlen müssen nun so ergänzt werden, dass die waagerechte und senkrechte Addition immer die Summe 15 ergibt:


10    2    3   =   15
0      7    8   =   15
5      6    4   =   15

15  15   15

Die Anregung zu diesen Versen erhielt Goethe durch den berühmten Codex Casselanus, der eine Kopie der berühmten alchemistischen Handschrift Goldmacherkunst der Kleopatra ist. John Dee soll diese Handschrift mit Glossen versehen haben. Auch das 1756 erschienene Büchlein Alchemistisches Siebengestirn wird gelegentlich als Quelle genannt.

 


 

 

 

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