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Sowohl die selbständigen
künstlerischen Darstellungen als auch die Illustrationen, die zusammen mit
den Abhandlungen über das Hexenwesen vom 15. bis 18. Jahrhundert erschienen
sind, haben dazu beigetragen, den Hexenglauben zu verbreiten. Die
Hexenverfolger hatten im 15. Jahrhundert Probleme damit, zu beweisen, dass
die gegen die Hexen erhobenen Vorwürfe wie Hexenflug, Teufelsbuhlschaft und
Hexensabbat der Realität entsprachen und nicht Erfindungen der gefolterten
Frauen waren. Kirchliche Schriften hielten beispielsweise den Hexenflug für
eine Vorstellung, die der Phantasie entsprungen sei. Obgleich den
Darstellungen zunächst nicht zu entnehmen ist, ob sie dem Hexenglauben
positiv oder negativ gegenüberstehen, erhalten sie erst durch die Verbindung
mit dem Text bzw. die Bildunterschriften einen eindeutigen Aussagewert.
So dokumentiert Thomasius neben dem Titel seiner kritischen Schrift ein
Bild, auf dem Hexen zu sehen sind, die aus einem Schornstein zu einem
Hexensabbat fliegen. Losgelöst vom Kontext könnte dieses Bild auch in der
Schrift eines Verfechters des Hexenglaubens stehen. Die Illustrationen in
den Schriften über das Hexenwesen hatten die Aufgabe, den an sich abstrakten
Sachverhalt des Hexereivorwurfes, der zur Verurteilung der Hexen führen
sollte, nämlich Schadenszauber und Teufelspakt, bildhaft darzustellen. Eine
weitere Funktion bestand darin, das Geständnis der Hexen durch die Bilder
glaubhafter zu machen. Auf diese Weise wurde die Theorie der Verfechter des
Hexenglaubens durch die Praxis bestätigt. Es gab aber auch wichtige Werke
wie den Hexenhammer oder die Arbeiten von Bodin oder Delrio, die nicht
bebildert waren, weil die Autoren befürchteten, hierdurch den Beweiswert
ihrer Aussagen zu entkräften. In den Flugblättern wurde der Eindruck der
Realität noch dadurch vergrössert, dass der Name der Verurteilten und ihre
Taten angegeben wurden. Die Bilder von Albrecht Dürer, seinem Schüler Hans
Baldung Grien, Francken oder Tenier versuchten eine Lösung dafür zu finden,
wie man das Böse ästhetisch darstellen könnte. Insbesondere in den Bildern
von Grien artikuliert sich echte Dämonie.
Da man auf einer Zeichnung oder einem Bild nicht das gesamte Treiben der
Hexe transparent machen konnte, beschränkte man sich auf einzelne
Gesichtspunkte. Die Hexe, die im Ruf stand, Männer zu verführen, wurde gern
als nackte junge Frau mit aufreizendem Körper dargestellt, in deren
Begleitung sich die Teufelstiere Ziegenbock, Eule, Schlange und Katze
befanden. Die Darstellung des Teufels bereitete den Künstlern Probleme, weil
er das Böse symbolisierte und zugleich jene Person war, mit dem die Hexen
einen Vertrag schlossen. Da es schwierig war, diesen Widerspruch überzeugend
darzustellen und auch der Sexualverkehr mit ihm, der ja eine monströse
Gestalt hatte, wenig glaubhaft
war, trat seine Gestalt in den Bildern allmählich in den Hintergrund. Wenn
Männer auftreten, sind es meistens Richter und Urteilsvollstrecker. Der
Umstand, dass die Künstler nur einzelne Gesichtspunkte des Hexenglaubens
darstellen konnten, verschaffte ihnen die Möglichkeit, die Thematik zu
übertreiben und die Wirkung auf den Betrachter zu verstärken. Geeignet waren
hierzu besonders der Vorwurf des Kannibalismus und das Treiben auf dem
Sabbat. Aber derartige Übertreibungen können auch die gegenteilige Reaktion
auslösen, weil die dargestellte Thematik ins Absurde geführt werden soll.
Neben dem Holzschnitt und Kupferstich kam noch eine weitere Kunsttechnik
hinzu, die besonders beim Betrachter eine düstere, dämonische Stimmung
erzeugen konnte, indem die Kontrastwirkung von Hell und Dunkel betont wurde. |