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Griech. Mythologie;
anderer Name Pluto. Hades hat in der Mythologie zwei Bedeutungen:
Erstens bezeichnet Hades einen Unterweltsgott, nämlich den Sohn des Kronos
und der Rhea. Hades war ein verhasster Gott, weil er niemanden mehr aus der
Unterwelt herausliess. Aber er war auch Magier und Zauberer, weil ihm die
Kyklopen aus Dankbarkeit eine Tarnkappe gegeben hatten. Die Gleichsetzung
mit Pluto, dem Gott des Reichtums, erklärt sich aus der Vorstellung, dass in
der Erde ein grosser Reichtum ruhen müsse, weil alljährlich aus ihr die
Vegetation von neuem entsteht.
Zweitens wird mit Hades die Unterwelt bezeichnet, die unter der bewohnten
Erde liegt, und zwar in der gleichen Ausdehnung, in der sich über die
Erdoberfläche der Himmel spannt. Zahlreiche Schluchten und Höhlen führten
hinab; der eigentliche Eingang lag indessen im fernen 'Westen, jenseits des
Okeanos, wohin die Strahlen des Helios nicht mehr drangen und wo sich das
irdische Licht mit dem ewigen Dunkel der Unterwelt berührte; jenseits des
Okeanos war alles in Nebel gehüllt. Dort im Norden wohnte das fabelhafte
Volk der Kimmerier, das nie die Sonne erblickte. Nach dem Eintreten in die
Unterwelt müssen sich die Seelen einem Totengericht unterwerfen: Der
gerechte Minos, sein Bruder Rhadamanthys und der Pförtner Aiakos sind die
Totenrichter. Von der Stätte des Gerichts führt ein Scheideweg weiter: Die
Seelen, die als rein befunden worden sind, trinken von dem Quell der Lethe
und gehen ins Elysion ein, das auf den Inseln der Seligen liegt; die Sünder
hingegen werden in den Tartaros hinabgestossen, wo sie ewige Qualen erdulden
müssen. Weit geöffnet ist das Tor des Hades, um die Scharen der von Hermes
geführten Seelen zu empfangen. Derjenigen Seele aber, die einmal eingegangen
ist, ist jede Rückkehr gegen den Willen des Hades unmöglich: Am Tor liegt
der furchtbare Kerberos, und rings um die Unterwelt fliessen schreckliche
Ströme - so z. B. der dunkle Styx, von welchem der Strom des Heulens, der
Kokytos, zum Wehestrom hinüberführt; sowie der Acheron, der mit seinem
Nebenfluss Pyriphlegheron - dem Flammenstrom - in den Acherusischen See
mündet und die Grenze der Unterwelt bildet. Der Fährmann Charon fährt zwar
alle Seelen, deren Körper beerdigt wurden, gegen ein Fährgeld auf seinem
kleinen Schiff über den Styx. Wer kein Fährgeld vorweisen kann, muss ewig
auf dem diesseitigen Ufer des Flusses bleiben. Nur wenn er dem Totenführer
Hermes entfliehen kann, besteht die Möglichkeit, dass er sich durch einen
Hintereingang einschleicht. |