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Gegründet 1928 von Eugen
Grosche; die Mehrzahl der Mitglieder entstammt der Pansophischen
Gesellschaft. Sie waren bereit, die Führung Crowleys anzuerkennen. Die
Lehren der F. S. sind in folgenden internen Ordensschriften dargestellt: 5
Bde. Saturngnosis, 10 Magische Briefe, Logenschulvorträge mit dem Titel
Geheimwissenschaftliche Studien und die Blätter für angewandte okkulte
Lebenskunst.
Die Fraternitas Saturni hat als Grundsatz das Gesetz von Thelema. Dieses
Gesetz der Fraternitas Saturni wird auch so umschrieben: Mitleidlose Liebe,
Willenskraft, Entschlossenheit, Härte - sich selbst und anderen gegenüber -,
um durch Meisterung des eigenen Ich und der Umwelt die Voraussetzungen für
eine geistig-seelische Höherentwicklung zu schaffen. So soll aus dem
Ordensmitglied ein „Magier-Willensmensch” werden. Aus den Vorstellungen
Crowleys, des Golden Dawn, der Freimaurerei, der Rosenkreuzer und der
Theosophie entwickelte Grosche eine gnostische Lehre, die sich deutlich dem
Satanismus annähert. Wesentlicher Bestandteil der Lehren ist eine
Astrosophie, in deren Mittelpunkt der Saturn steht. Dieser in der Astrologie
als finster apostrophierte Planet gilt als Prinzip der „höchsten Reife des
Erkennens”. Da sich in seinem Kraftfeld auch der Luzifer befindet, bildet er
den negativen Gegenpol zur Sonne. Saturn und der nur eine Oktave höher
stehende Luzifer sind die Führer der abgefallenen planetarischen Wesenheit,
sprich: der Engel. Im Mittelpunkt dieses kosmischen Kampfes liegt die Erde
mit den Menschen, in deren Inneren Emanationen Luzifers und der Sonne um die
Macht ringen. Am Ende der Welt stehen einander ein göttliches, negatives
Prinzip und der positiv geistige Sonnenlogos gegenüber, der das
Christusprinzip, d. h. den Glauben an einen Erlöser, enthält. Luzifer wird
als grosser Lichtbringer gefeiert, weil er die Macht des egoistischen
Sonnenprinzips sprengte. Wie Christus kann auch Luzifer als Erlöser tätig
sein, wenn Menschen seine Funktion verstanden haben. Der Saturnkult der E S.
hat das Ziel, die über diesem Planeten stehende Macht, nämlich Luzifer, zu
erkennen. Dieser Kult enthält aber auch eine satanische, dämonische Seite,
weil er eine Oktave unter Saturn-Satan angesiedelt wird. Die saturnische
Sphäre kann durch einen Dämon dargestellt werden, der als ein kollektives
Gedankengebilde von den Beteiligten erlebt wird. Dieser Ordensdämon mit dem
Namen „Meister Gothos” hat in seiner bildnerischen Darstellung immer ein
schwarzes Antlitz und befindet sich im Besitz eines jeden Mitgliedes der
Fraternitas Saturni.
Wegen der Doppelnatur des Menschen ist die Grenze zwischen Weisser und
Schwarzer Magie fliessend. Es gibt an sich nur eine Magie, deren Charakter
von den Absichten des Magiers geprägt wird. Viele Rituale der Fraternitas
Saturni finden sich schon in den Werken des Agrippa von Nettesheim und bei
Barrett. Im 18. Grad wird Sexualmagie praktiziert, deren Elemente - wie z.
B. die „Samenmesse” - schon bei Psellos erwähnt werden. Die satanische
Magie, die an die Sexualmagie anknüpft, wird als die „dunkle Seite der
Magie” bezeichnet. Die Fraternitas Saturni distanziert sich aber von
magischen Praktiken, die zum Linken Weg oder Pfad gehören. Hierzu zählen:
-
Sexuelle Techniken
mit einem oder mehreren Partnern gleichen oder des anderen Geschlechts .
-
Zeremonien, bei denen
Drogen angewandt werden.
-
Tieropfer.
Der Orden kennt 33 Grade:
0-11 Vorhof
12-20 Rosenkreuzer
21-29 Hochwürdengrade; Promovierte der okkulten Wissenschaften
30-33 Sanctum Sanctuarium
Gnosis
1945 wurde die Fraternitas Saturni wieder ins Leben gerufen. Aber es kam
auch zu zahlreichen Abspaltungen. Zu nennen sind hier z. B.: Ordo Saturni
und Communitas Saturni.
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