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Hexenwesen, Satanismus, schwarze Magie
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EXORZISMUS, griech. exorkizein: vertreiben, verbannen

Bezeichnung für eine Form des Abwehrzaubers, die darin besteht, Dämonen, die in den Körper eines Menschen eingedrungen sind, zu vertreiben. Zahlreiche Exorzismen finden sich in den mesopotamischen Texten wie den Sammlungen des Maqlu und des Surpu. Durch diese Rituale werden Krankheiten geheilt, die ein Hexer oder eine Hexe durch ihren Schadenszauber verursacht haben. Der Hexer zerstört durch seine mag. Handlungen den Schutz des Menschen gegen Dämonen. Ziel des Exorzismus ist es, diesen Schutz wiederherzustellen. Urbild des abendländischen Exorzisten ist Jesus, von dem seine Gegner sagten, „er könne Dämonen durch Dämonen austreiben”. Gegen diese Behauptung wandte Jesus ein, dass in diesem Fall Satan gegen sich selbst handeln müsste und sein Reich zusammenbrechen würde. Bevor ein Exorzismus wirksam werden kann, muss der Herrscher der Dämonen „gebunden” werden. Man glaubte, dass Jesus die zahlreichen Exorzismus unter seinen Wundertaten nur vollbringen konnte, weil er ihren Herrscher, nämlich Gott, anrief. Sein Vater hätte Jesus, wenn er ihn darum gebeten hätte, zwölf Legionen Engel gesandt. Deshalb sei Jesus imstande, Geister zu beherrschen; er könne ihnen den Befehl erteilen, aus einem Menschen auszufahren. Jesus selbst beschreibt diese Fähigkeit und Kraft zum Exorzismus so: „Wenn ich durch den Finger Gottes die bösen Geister austreibe, so ist ja auch das Reich Gottes zu euch gekommen!”. Dahinter steht die Vorstellung, dass Dämonen, die nach Klassen eingeteilt sind, eine Vielzahl von Krankheiten verursachen können, wenn sie in den Körper ihrer Opfer einfahren. Von den Dämonen werden Menschen mit Krankheiten „gebunden”. Die Heilung durch einen Exorzismus besteht dann darin, dass das Band der Krankheit gelöst wird. Jesus und seine Jünger exorzieren Dämonen, indem sie ihnen entweder den Befehl zum Verlassen des Körpers erteilen oder einen Brief oder ein Stück ihrer Kleidung schicken. Dies wird als „exorzistische Befehlsgewalt” bezeichnet. Wenn diese nicht ausreicht, weil sich der Dämon widersetzt oder einen Gegenangriff startet, dann wird der Patient berührt oder seine Haut mit einer Flüssigkeit, meistens Speichel, bestrichen. Manchmal ist auch das Gebet erforderlich. Exorzismus können nicht nur für Juden, sondern auch für Heiden ausgeübt werden. Aber es muss auch mit Rückfällen gerechnet werden, wenn die Dämonen beschliessen, in den Körper zurückzukehren. Selbst wenn ein Exorzismus im Namen Jesu ausgeführt wurde, kam es vor, dass ein Patient gelegentlich nicht gerettet werden konnte. Diese exorzistische Befehlsgewalt ist dann auf die Kirche übergegangen, deren Priester aufgrund ihres Amtes zum Exorzismus berechtigt sind. Heute ist dieses Recht jedoch eingeschränkt, weil ein Bischof dazu seine Erlaubnis geben muss. Die Kirchenväter haben den von Jesus und seinen Jüngern praktizierten Exorzismus fortgesetzt, indem sie besonders die Gottheiten der Heiden als Dämonen austrieben. Der Exorzismus ist eine religiöse Handlung, die nicht von der Würdigkeit des Empfängers abhängt. Denn bei den Besessenen handelt es sich meistens um Personen, die von den anderen religiösen Handlungen der Kirche ausgeschlossen sind. Da besondere Formeln noch fehlten, verfasste jeder Exorzist seine Rituale, die aber immer die Anrufung des Namens Christi enthielten. Dazu kam das Kreuzzeichen. Die mittelalt. Heiligenlegenden beschreiben zahlreiche Exorzismus, die von Mönchen, Heiligen etc. ausgeführt wurden. Ab dem 7. Jahrhundert tauchen die ersten umfangreichen Exorzismusregeln auf, die feste Elemente enthielten: Anrufung der Namen; Befehl an die Dämonen, auszufahren; Beschreibung der Körperteile, wo sie sich aufhalten, und Hinweise auf Stellen im neuen Testament, wo von Jesus En. praktiziert wurden. In der kath. Kirche sind heute noch zwei En. im Gebrauch: Der „Grosse Exorzismus ”, der um 800 entstanden ist, 1614 unter der Nummer „XII” in das Rituale Romanum eingefügt wurde und heute in den Abschnitten 1151-1153 des Codex des Kanonischen Rechtes von 1917 niedergelegt ist. Schon 1614 wurden dem alten Ritual 21 Vorbemerkungen vorangestellt, die u. a. vorschreiben, dass für die Durchführung des Exorzismus die bischöfliche Erlaubnis erforderlich ist. Er darf grundsätzlich nur bei der Besessenheit benutzt werden, deren Anzeichen genau beschrieben werden. Um sicherzugehen, dass diese Form der Besessenheit vorliegt, haben Exorzisten einen Probeexorzismus durchzuführen. Wenn es gelang, durch einen exorzistischen Befehl die Symptome der Besessenheit erscheinen und wieder verschwinden zu lassen, ging man davon aus, dass es sich nicht um eine natürliche Krankheit handeln könnte. Der „Grosse Exorzismus” besteht aus drei alten Exorzismen, die von Gebeten, Psalmen, Litaneien und Evangelienabschnitten umrahmt sind. Der „Kleine Exorzismus” gegen Satan und die abgefallenen Engel, den 1890 Papst Leo XIII. herausgab, wird benutzt, wenn eine Person unter leichteren Formen der Besessenheit leidet, bei denen die Dämonen nicht die vollständige Macht erlangen konnten, sondern ihn nur belästigten. In diesem Exorzismus kommt auch die Anrufung der Muttergottes vor. Die exorzistische Befehlsgewalt darf nur von geweihten Priestern ausgeübt werden, weil die Dämonen sehr genau darauf achten, ob ihnen ein autorisierter Exorzist gegenübersteht. Schon im neuen Testament ruft ein Besessener den Teufelsbeschwörern zu: Jesus kenne ich wohl, und von Paulus weiss ich wohl; wer aber seid ihr?" Hierauf verprügelte der Besessene zwei von ihnen, so dass sie nackt aus seinem Haus flohen. Die kath. Kirche kannte auch Exorzismen gegen Tiere, von denen angenommen wurde, dass sie von Dämonen besessen sein könnten. En. gegen Tiere fanden im 17.-18. Jahrhunderts in grosser Zahl in Italien statt.


 

 

 

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