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Hexenwesen, Satanismus, schwarze Magie
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EGREGOREN

Gedankenfiguren: Unkörperliche Wesen, die von den Gedanken erzeugt werden, existieren nach Ansicht der Spiritisten und besonders der Theosophen in den beiden Sphären um den menschlichen Körper herum, die als „Astralkörper” und „Mentalkörper” bezeichnet werden. Durch die Vibrationen, die von den Gedanken verursacht werden, entstehen in diesen feinstofflichen Körpern Bewegung und Formen. Derartige Formen können von hellsichtigen Menschen wahrgenommen werden. Hinter dem Phänomen der Egregoren kann sich aber auch eine körperliche oder psychische Verdoppelung einer Person verbergen. Derselbe Mensch erscheint an einem anderen Ort ein zweites Mal. Andere Erklärungen sehen in den Egregoren künstliche Elementarwesen oder Archetypen, sprich: menschliche Urerfahrungen aus dem Unbewussten unserer Seele, die eine Gestalt angenommen haben. Die Egregoren haben eine dichte Form und dunkle Farbe, wenn diese Gedanken von starken Gefühlen wie z. B. Hass überlagert werden. Sie sind durchsichtiger und heller, wenn derartige Gefühle in den Hintergrund treten. Egregoren haben die Eigenschaft, sich zu verselbständigen und den betreffenden Menschen, der sie erzeugt hat, zu gefährden. Deshalb können sie auch zu einem magischen Angriff benutzt werden, wenn sie bei dem Adressaten die gleichen Schwingungen erzeugen können. Tritt diese Wirkung aber nicht ein, dann setzt sich der Verursacher derartiger Egregoren der Gefahr aus, von ihnen selbst angegriffen zu werden. Auch eine Gruppe von Menschen kann durch Gedankenkonzentration derartige Egregoren erzeugen.
In der tibet. Magie sind die Egregoren als Tulpu bekannt. Eine ausführliche Beschreibung dieser tibet. Egregoren gibt die frz. Schriftstellerin Alexandra David-Neel, die lange in Tibet lebte und dort die tibet. Religion und Magie erforschte. Sie selbst erzeugte mit Hilfe mag. Rituale einen Tulpu, der ausser Kontrolle geriet. Zuerst hatte der Tulpu die Gestalt eines lustigen und freundlichen Mönches, der sich David-Neel gegenüber wie ein Gast verhielt. Plötzlich verwandelte er sich in einen bösartigen Menschen, so dass sie beschloss, ihn durch Rituale wieder zu vernichten. Trotz intensiver Bemühungen dauerte es sechs Monate, bis dieser Tulpu wieder verschwand.
Eine besonders interessante Ausgestaltung der Lehre der Egregoren stammt von Valentin Tomberg, einem führenden Anthroposophen in der Nachfolge Rudolf Steiners, der schliesslich zum Katholizismus konvertierte. Analog der tibetanischen Tulpus und der Schriften von Eliphas Levi zweifelt er nicht daran, dass es die geistige und insbesondere die kollektive geistige Kraft der Menschen vermögen, Götzen - Dämonen - zu erzeugen. Im Unterschied zu den okkultistischen Lehren des 19. und 20. Jahrhunderts , ist er jedoch der Überzeugung, dass man keine guten „künstlichen Dämonen” bzw. „positiven Egregoren” erzeugen könne. Vielmehr würden alle grossen „Glaubens"-Gemeinschaften, die katholische Kirche also ebenso wie der Kommunismus oder der Nationalsozialismus, über „Egregoren” verfügen, die sich in erster Linie von den negativen geistigen Energien solcher Bewegungen nährten. Im Unterschied zu den natürlichen Dämonen, den Wesenheiten der „Hierarchie zur Linken”, haben diese Egregoren keine Existenz aus sich heraus, sondern leben nur von den Glaubensvorstellungen der sie hervorbringenden Menschen - über die sie gleichwohl eine Art von Macht entfalten können. So wie es in der modernen Tiefenpsychologie genügt, einen Komplex von Zwangsvorstellungen in das Licht des Bewusstseins zu rücken, um ihn zu zerstören, so kann auch der Egregor mit dem Licht des Bewusstseins, der Erkenntnis und des Glaubens zerstört werden.
Die Lehre von den „Egregoren” kann über den tibetanischen Lamaismus hinaus aufschlussreich für etliche andere Religionen, vom chinesischen Taoismus bis zu den aztekischen Göttern, sein und auch einen Schlüssel zum Verständnis politischer Phänomene bilden, wo bestimmte Ideologien „epidemieartig” ganze Völker in ihren Bann ziehen.


 

 

 

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