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Italienischer Dichter aus
Florenz, der den grössten Teil seines Lebens im Exil verbrachte. Dante ist
Autor des berühmten Werkes Divina Commedia - Die Göttliche Komödie -, das
eine Wanderfahrt durch Hölle, Fegefeuer und Paradies schildert.
Diese in dem Jenseitsglauben der Christen wichtigen Aufenthaltsorte der
Seelen haben in seinem Weltkonzept einen festen Platz. In der Mitte des
kugelförmigen Weltalls befindet sich die Erde. An ihrer Oberfläche ist eine
Stelle, wo ein Weg zur Hölle führt. Antipodisch zu ihr, sprich: an der
gegenüberliegenden Seite der Kugel liegt das Paradies. In einen Berg auf
dieser Seite verlegt Dante das Fegefeuer. Die Beschreibung der Hölle, die er
mit dem römischen Dichter Vergil durchwandert, hat nachhaltig das Bild der
Christenheit geprägt. Nachdem sie den Eingang passiert haben, müssen sie
neun Bereiche einschliesslich eines Vorraumes durchwandern, um zum Satan im
Mittelpunkt der Hölle zu kommen:
• OBERER HÖLLENBEREICH
Vorraum: Aufenthaltsort der Menschen, die weder gut noch schlecht gehandelt
haben; abgetrennt durch den Fluss Acheron. Fährmann ist Chäron.
1. Kreis: Ungetaufte,
2. Kreis: Lüstlinge,
3. Kreis: Schlemmer,
4. Kreis: Verschwender
und Gierige,
5. Kreis: Zornige.
Herrscher sind der
Totenrichter Minos, Kerberos (Hades) und Pluto.
• UNTERER HÖLLENBEREICH
Die Stadt des Dis - Reich des Satans -, abgetrennt durch den Fluss Styx.
6. Kreis: Die vom Glauben Abgefallenen, abgetrennt durch den Blutstrom
Phlegeton.
7. Kreis: Gewaltätige und Gotteslästerer; Herrscher sind Minotaurus, die
Kentauren und Harpien; abgetrennt durch einen tiefen Graben.
8. Kreis: Betrüger aller Art, auch Wahrsager etc. Herrscher sind Geryon,
Malcoda und andere Dämonen. Abgetrennt durch einen hohen Wall aus riesigen
Monstern, deren Körper im Eis eingefroren sind.
9. Kreis: Ein dunkler Ort aus gefrorenem Eis, wo sich die Verräter
aufhalten. Im Zentrum ist Satan mit drei verschiedenfarbigen Gesichtern, von
denen das rote Gesicht Judas zerfleischt, das schwarze den Cäsarmörder
Brutus und das gelbe den Cassius, der an der Ermordung Cäsars beteiligt war.
Satan fungiert hier als Gegenstück zur göttlichen Trinität.
Die von Dante erwähnten
Dämonen werden schon durch ihren bilderhaften Namen charakterisiert:
Alichino: Verführer; Barbariccia: heimtückischer Bösewicht; Cagnazzo:
Fallensteller; Calcabrina: Spötter; Ciriatto: Hauer; Draghignazzo: grausamer
Drache; Farfarello: Klatschmaul; Grafficane: Hundegestalt; Malacoda:
Teufelsschwanz; Malebranche: Teufelsklaue; Rubicante: der vor Wut Errötete;
Scarmiglione: Verderber.
Nach einer Legende sollte dieses Werk erst 600 Jahre nach seiner
Abfassungszeit entschlüsselt werden. So glaubten in der Mitte des vorigen
Jhds. Aroux und Rossetti als erste, den geheimen Sinn dieses Werkes erkannt
zu haben. 1925 entdeckte Guenon verborgene Beziehungen zum Templerorden. In
unserer Zeit hat Arthur Schult in einem umfangreichen Werk die Göttliche
Komödie als Zeugnis des Templerordens interpretiert.
Es besteht heute kein Zweifel mehr, dass in diesem Werk das Christentum, die
Katharerbewegung, Pythagorismus und der Islam eine Einheit eingegangen sind.
Nach neuesten Forschungen finden sich Anklänge an Ibn Al` Arabi, einem
arab.-spanischer Mystiker, der eine Art Pantheismus lehrte. |